Lambach - Wo der "Urlaubär" wohnt

Ferien im Kolping Ferienhaus Lambach sind anders - Wer kommt, kommt wieder

Hier gibt es keine Cocktail-Bar und keinen Schönheitssalon. Aber Ruhe gibt es. Und nette Menschen. Kinder kommen hier erst recht nicht zu kurz. "Das ist was für Kinder, definitiv!" "Hier meckert keiner", schrieb ein Dreikäsehoch ins Gästebuch, "wenn es nach dem Essen unter dem Tisch aussieht wie Sau!" Klaus Butz, Chef in Lambach, lacht herzlich. Eine etwas eigenwillige Rechtschreibung, aber eine klare Aussage. So sind sie, seine kleinsten Gäste. So soll es auch sein, im bayerischen Ferienhaus Lambach auf 720 Meter Höhe, einen Steinwurf entfernt von der tschechischen Grenze, direkt am Fuße des Osser-Gebirges. Die Ferienadresse ist ein Kolping Ferienhaus mitten im bischöflichen Forstgut Lambach. Und Kolping- Urlaube haben ein Motto: "Zeit, die gut tut!"

Wer sich den Inselurlaub nicht leisten kann, erholt sich in Lambach

Adolph Kolping, der Gründer der Arbeiter-Gesellenvereine im 19. Jahrhundert, kannte die Nöte der sozial Schwachen. Zu seiner Zeit war Urlaub noch ein Fremdwort. Heute bietet das Kolpingwerk im Bistum Regensburg genau das an: Familienferien für alle, die es nicht so dicke haben. Man muss kein Mitglied im Kolpingwerk sein, auch die Konfession spielt keine Rolle. Aber Interesse sollte vorhanden sein. Für das, was das Haus im Tal des Lamer Winkels zu bieten hat.

Hier wird vor allem gewandert und gespielt. Die Kleinen immer entlang der Fährte des "Urlaubärs". Denn der zeigt, was Kinder interessiert. Zum Beispiel wo das Baumhaus steht, wie man das Spiele-Zimmer findet oder die Minigolf-Anlage. 80 Prozent der Gäste sind Familien. Nicht selten samt Oma und Opa. "Es gibt junge Leute", hat Klaus Butz im Gästebuch herausgefunden, "die sind jetzt selber Eltern und waren schon als Kinder mit den Großeltern bei uns." Es suchen aber auch Soldaten, Schulklassen, Behinderte und Ehepaare den sonnigen Südhang in der Oberpfalz auf. Draußen locken der würzige Duft der nahen Fichtenwälder und die satten Wiesen. Drinnen hat jeder sein Rückzugsrefugium. Ob Tisch-Fußball oder Tennis in den Gemeinschaftsräumen, oder in den 2009 renovierten Zimmern und Appartements. Und das Essen findet laut Gästebuch ebenfalls einhellig Applaus. Satt wird hier jeder.


Was es heißt, denen ein paar Ferientage anzubieten, für die Flüge an exotische Strände unerreichbar sind, hat Klaus Butz erst in diesem Jahr erlebt. "Eine syrische Flüchtlingsfamilie war bei uns", berichtet er. Zwei Kinder, die Mutter und der unheilbar krebskranke Vater. "Die waren so dankbar, dass es mir fast peinlich war." Man spürt es: die guten Rückmeldungen "seiner Kunden" tuen gut. Nicht nur ihm, sondern allen 25 Mitarbeitern seines Teams.

"Mein Kaiserslautern ist jetzt Lambach"

Was Klaus Butz irgendwann einmal nicht mehr gut tat, war sein erlernter Beruf. Der Pfälzer kann seine Herkunft nicht verbergen. Sein Zungenschlag klingt wie der von Fritz und Otmar Walter - Kaiserslautern pur. Jahrelang war er als Versicherungsvertreter im Außendienst unterwegs. Irgendwann machte er seine persönliche Inventur: "Ich wollte nicht mehr Policen verkaufen, hinter denen ich nicht guten Gewissens stehen kann." "Problem erkannt, Problem gebannt", wie Klaus Butz sagt. Seit fünf Jahren ist der gelernte Kaufmann jetzt Leiter des Kolping-Ferienhauses. Und er fühlt sich hier sichtlich wohl. Seine Frau Manuela, die sich vor allem um die Dekorationen in dem 190-Betten-Domizil kümmert, ebenfalls. Zusammen müssen sie ihre größte Herausforderung fast täglich hinkriegen: "Das soziale Handeln, was ja unser Auftrag ist, mit den wirtschaftlichen Erfordernissen eines solchen Hauses unter einen Hut zu bekommen."

Eine für alle, alle für ein Ziel

Apropos Betten. Bei einer solchen Kapazität ist viel Weißwäsche im Umlauf. Laken, Kopfkissen- und Bettdeckenbezüge. Tischdecken und Handtücher nicht zu vergessen. Darum kümmert sich Anita Klingl - immer noch. Längst ist sie in Rente. Seit Jahrzehnten ist sie die gute Seele aus der Wäschekammer - eine von vielen. Doch sie ist besonders, denn obwohl schon Mitte 60, macht sie weiter. Vielleicht auch wegen der Auszeichnungen und Belobigungen im Netz und im Gästebuch. Da steht regelmäßig schwarz-auf- weiß, dass vor allem der Service erstklassig ist. Noch vor allem anderen Guten im Ferienhaus. Daran hat auch Anita Klingl ihren Anteil. Vielleicht war ja Familie Scheid deshalb schon zum siebten Mal in Lambach, wie sie schreibt. "…und nächstes Jahr freuen wir uns wieder auf Euch."



"Die lachenden Gesichter unserer Gäste machen mein Team und mich reich."


25 Mitarbeiter – ein Ziel: 100 Prozent erholte Gäste