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Ein Ordner mit der Beschriftung Ressourcen- und Rücklagenpolitik vom Bistum Regensburg.



Ressourcen- und Rücklagenpolitik

Seit Generationen lebt die Kirche den Glauben durch Gebet und Gottesdienst, durch Sorge um Arme und Kranke, durch Bildung und Seelsorge in der Gesellschaft. Die Kirche wirkt mit Menschen für die Menschen. 

Daraus ergibt sich für die Diözese eine Vielzahl an Verpflichtungen: Zum einen für Menschen, die für die Kirche tätig sind, sei es als Seelsorger oder auch in der Verwaltung. Zum anderen aber auch für Sachanlagen wie diözesane und diözesannahe Gebäude, die für das vielfältige Wirken der Kirche zur Verfügung stehen. Das sind zum Beispiel Exerzitien- und Bildungshäuser sowie Schulen. Nicht zuletzt aber auch die Gebäude der Pfarreien wie Kirchen, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Kindertageseinrichtungen. 

Für die Diözese ist es von großer Bedeutung, dass die künftig handelnden Generationen nicht durch in der Gegenwart getroffene Entscheidungen übermäßig belastet werden. Auch für die Zukunft müssen Entscheidungsspielräume erhalten bleiben.

Deshalb sieht sich die Diözese zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Ressourcenpolitik verpflichtet. Diese wird bereits seit Jahren mit der Bildung entsprechender zweckgebundener Rücklagen abgebildet. 

In den zweckgebundenen Rücklagen sind die bei der Diözese für fest bestimmte Zwecke bestehenden Mittel enthalten. 

Die Rücklagen für Versorgung sind darauf zurückzuführen, dass die handelsrechtlich vorgeschriebene Höhe der Pensionsrückstellungen angesichts des aktuell niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt nicht ausreicht, um die bestehenden Versorgungs­verpflichtungen in vollem Umfang erfüllen zu können. Aus diesem Grund wurden durch die Diözese ergänzende Rücklagen gebildet, die der Risikovorsorge dienen.

Die zweckgebundene Rücklage Bau dient zur Absicherung der Instand­haltungsverpflichtungen der Diözese für diözesane und diözesannahe Gebäude. Das sind beispielsweise die diözesanen Verwaltungsgebäude, die diözesanen Bildungs- und Exerzitienhäuser, das Priesterseminar sowie die Schulgebäude der Schulstiftung der Diözese Regensburg und der Stiftung Regensburger Domspatzen.

Auch wurden die bereits für einzelne Bereiche (Pfarrliche Seelsorge, Bildung, Caritas) bestehenden Sondervermögen als zweckgebundene Rücklage abgebildet. Sie dienen der Absicherung der aktuell im Diözesanhaushalt enthaltenen Aufwendungen für diese Bereiche. 

Damit sollen insbesondere die erforderlichen laufenden Zuweisungen an die Pfarreien und andere große Zuschussempfänger auch künftig geleistet werden können. Gemeint sind damit aber auch Mittel für künftige Investitionen an diözesaneigenen oder von der Diözese zumindest  mitzufinanzierenden Gebäuden. 

In der Rücklage Budgetüberträge sind neben den Mittelüberträgen für mehrjährige Projekte auch die Kontostände der früher von den Referaten und Dienststellen selbst geführten und im Dezember 2016 aufgelösten Konten und Kassen enthalten. 

Die sonstigen Rücklagen dienen im Wesentlichen als Risikoversorgung für die seitens der Diözese gegebenen Bürgschaften.

Die zweckgebundenen Rücklagen wurden und werden auf der Grundlage von Beschlüssen der zuständigen diözesanen Gremien gebildet. Sie untergliedern sich wie folgt:

Rücklagen                        31.12.2017    01.01.2017    Veränderung

Versorgung

163.640 T€    138.272 T€25.368 T€
Bau268.200 T€250.164 T€18.036 T€
Pfarrliche Seelsorge   151.227 T€117.176 T€34.051 T€
Bildung117.628 T€115.813 T€1.815 T€
Caritas6.492 T€6.483 T€9 T€
Budgetüberträge12.211 T€11.160 T€1.051 T€
Sonstige25.235 T€25.221 T€14 T€
Gesamt  744.633 T€664.289 T€80.344 T€

 

Anlagerichtlinien

Die zur Erfüllung der künftigen Verpflichtungen vorgehaltenen Ressourcen bestehen zum Großteil aus Finanzanlagen und hier wiederum aus Wertpapieren. Für die Anlage dieser Mittel wurden von den zuständigen Gremien verbindliche Anlagerichtlinien erlassen. 

 

Wertpapiere des Anlagevermögens 

Die unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

 Buchwerte        Kurswerte          
 31.12.201701.01.201731.12.201701.01.2017
Festverzinsliche Wertpapiere1.035.453 T€995.811 T€1.063.392 T€1.044.780 T€
Immobilienfonds199.569 T€194.769 T€212.784 T€203.989 T€
Aktienfonds20.787 T€9.960 T€21.268 T€10.279 T€
Sparbriefe22.605 T€27.875 T€22.605 T€27.875 T€
Sonstige Wertpapiere70  T€50 T€70 T€75 T€
Gesamt1.278.484 T€  1.228.465 T€1.320.119 T€  1.286.998 T€

 

Unter den Wertpapieren des Anlagevermögens sind die Kapitalanlagen erfasst, mit denen die Diözese die langfristigen Verpflichtungen deckt. Oberstes Ziel ist es, diese Verpflichtungen dauerhaft zu erfüllen und das Vermögen zu erhalten. Anlagen erfolgen vor allem in festverzinsliche Wertpapiere und Sparbriefe hoher und höchster Bonität sowie in Immobilien- und Aktienfonds, um daraus Zinsen und Erträge zu erzielen. Die Diözese Regensburg KdöR investiert nicht in Anlageformen, die auf die Ausnutzung erwarteter kurzfristiger Preisdifferenzen gerichtet sind (Spekulation). Auch in Hedgefonds, Rohstoffe, Private Equity und andere alternative Anlageformen wird nicht investiert.

Aufteilung der festverzinslichen Wertpapiere

Der weitaus größte Anteil der Wertpapiere des Anlagevermögens ist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. 

Bei der Vermögensverwaltung ist neben der Sicherheit der Anlagen, einer marktgerechten Rendite, einer breiten Streuung des Vermögens und einer ausreichenden Liquidität innerhalb einer Laufzeitstruktur die ethisch-nachhaltige Wertorientierung fester Bestandteil der Anlagepolitik. Als Grundlage dient die Orientierungshilfe „Ethisch-nachhaltig investieren“ der Deutschen Bischofskonferenz.

Unter Beachtung der Anlagerichtlinien sind die Gelder überwiegend in Bankanleihen, Bankinhaberschuldverschreibungen und Hypothekenpfandbriefen investiert. Dabei ist nur der Erwerb von auf EURO nominierten Anleihen gestattet, deren Emittenten die Bundesrepublik Deutschland, ein deutsches Bundesland, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, inländische Geschäftsbanken, Hypothekenbanken, Landesbanken bzw. einzelne Sparkassen sind. 

Aufteilung der festverzinslichen Wertpapiere

Der Erwerb von in- bzw. ausländischen Industrieanleihen oder von auf EURO bzw. auf Fremdwährung lautenden Auslandsanleihen
ist nicht gestattet. 

Aufteilung der Immobilienfonds

Im Bereich der Immobilienfonds wird in verschiedene offene Immobilienfonds der Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH und der LIGA Bank eG investiert.

Die Anlage in Aktienfonds erfolgt über einen nachhaltigen Aktienfonds der Union Investment AG. Der Aufbau der Anlage in Aktienfonds erfolgt über einen längeren Zeitraum mittels regelmäßiger Zahlungen.

Weitere Geschäfte in Investmentfonds sind nicht gestattet. 

Die Anlagerichtlinien der einzelnen Fonds sichern die geforderten ethisch-nachhaltigen Grundsätze zu. Die Einhaltung der Anlagerichtlinien wird sowohl durch das Management der Fondsgesellschaft und deren unabhängige Wirtschaftsprüfer, aber auch durch externe Stellen wie die Bundesanstalt für Finanzaufsicht überwacht und damit gewährleistet. 

Zweckgebundene Rücklagen bringen Planungssicherheit

Das Beispiel „Grundschule der Regensburger Domspatzen“ zeigt, wofür die zweckgebundenen Rücklagen Bau gebildet werden. 

Die Grundschule der Regensburger Domspatzen wurde im Jahr 2013 eingeweiht. Insgesamt sind dafür Baukosten in Höhe von rund 13,1 Mio. € angefallen. Aufgrund allgemeiner Erfahrungen muss nach einem Zeitraum von rund 25 Jahren mit einer Generalsanierung eines Gebäudes gerechnet werden. 

Für diese erst in ferner Zukunft anfallenden Investitionskosten legt die Diözese über einen Zeitraum von 25 Jahren jährlich einen Betrag in Höhe von 4 % der Baukosten in eine zweckgebundene Rücklage Bau. 

Dabei werden die beim Bau gewährten und auch für die spätere Renovierung erwarteten staatlichen Zuschüsse nicht berücksichtigt, um die im Zeitraum von 25 Jahren sicherlich auftretenden Preissteigerungen mit abzubilden. 

Über den Zeitraum von 25 Jahren wird somit die Grundlage für eine dann anstehende Generalsanierung des Schulgebäudes geschaffen. 

Die jährlich hierfür zurückgelegten Mittel werden innerhalb der zweckgebundenen Rücklagen der Diözese mit verwaltet. Das heißt, die auf der Passivseite der Bilanz verbuchten Rücklagen werden auf der Aktivseite im Anlagevermögen mit einer Wertpapieranlage hinterlegt. 

Die an diesem Beispiel dargestellte Rücklagenbildung erfolgt für alle seit 1997 abgeschlossenen Baumaßnahmen diözesaner und diözesannaher Gebäude. 

Die Diözese erhöht damit die Planungssicherheit für ihre künftig erforderlichen Investitionen. 

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