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Teilnehmerinnen der Schwangerschaftsberatung im Gespräch.

Leidenschaftlicher Einsatz für Menschen in Not

So vielfältig wie die Probleme der Menschen, sind die Hilfs- und Beratungsangebote der Caritas

Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit Rat und Tat beistehen und so Gottes Liebe und Zuwendung sichtbar machen: Das ist Auftrag und Aufgabe der Caritas. „Ein große Herausforderung und ein faszinierender Dienst“, findet Caritas-Direktor Michael Weissmann (49). Die Leidenschaft für kirchliche und soziale Themen hat Weissmann schon früh gepackt. Als Ministrant hat er in Altenheimen ministriert, später im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Krankenpfleger gelernt und als Zivi bei der Sozialstation der Caritas in Kumpfmühl gearbeitet, ehe er an das Caritas-Krankenhaus St. Josef wechselte.

Seitdem hat sich viel verändert: Aus dem Zivi und Pfleger von damals ist ein Diakon der katholischen Kirche und der Caritas-Direktor des Bistums Regensburg geworden. Seit 1. Dezember 2016 hat er dieses Amt inne. Gleichgeblieben ist die Leidenschaft, mit der Weissmann über den Dienst an den Menschen spricht. Wer ihn reden hört, spürt, da spricht ein Praktiker. Einer der weiß, worauf es ankommt. Im Umgang mit Hilfs- und Pflegebedürftigen genauso wie im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Weissmann liegt beides am Herzen.

Als Direktor eines großen Sozialkonzerns zählen die strategische Ausrichtung des Caritasverbandes, das operative Geschäft und die Finanzen zu seinen Hauptaufgaben. Ein Verwaltungsmensch ist er dennoch nicht. Ihn zieht es unter die Leute. Er sucht die Begegnung und den persönlichen Kontakt in den zahlreichen Einrichtungen und Caritas-Häusern. Caritas wird nicht im Büro „gemacht“, sondern draußen bei den Menschen. Aber in den Büros werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Caritas-Arbeit professionell, qualitativ hochwertig und nahe am Menschen ist.

Der Caritas-Direktor Michael Weissmann im Portrait.

Caritas ist Nächstenliebe

Für Weissmann ist Caritas „niemals Selbstzweck, sondern immer Dienst am Menschen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Deswegen gilt unsere Zuwendung und Hilfestellung jedem, der zu uns kommt. Und zwar ganz unabhängig davon, wie alt er ist, wo er herkommt, welche Religion und welches Geschlecht er hat“, betont er.
 

Ohne die katholische Kirche wären die vielfältigen Hilfen und Dienste der Caritas undenkbar. „Formal ist die Kirche mein Arbeitgeber“, erklärt Weissmann. Aber Kirche sei eben viel mehr als das. Kirche sei eine „ganz konkrete Lebenswelt.“ Und in diese große Lebenswelt der katholischen Kirche des Bistums Regensburg sei der Caritasverband als großer Wohlfahrtsverband eingebettet.


Was genau ist gemeint, wenn von Caritasverband die Rede ist? Weissmann erklärt das so: „Der Verband ist das Dach aller sozial-caritativen Aktivitäten der Caritas im Bistum Regensburg.“ Unter dem Dach der Caritas in der Diözese gibt es derzeit 927 verschiedene Einrichtungen und Dienste mit 21.668 hauptamtlichen Mitarbeitern. Pro Jahr erreicht die Caritas mehr als 350.000 Menschen.

Streetworker Ben Peter steht vor seinem Lastenfahrrad.

Unterschiedliche Probleme verlangen individuelle Lösungen

So vielfältig wie die Nöte der Menschen, sind auch die Hilfsangebote und Einrichtungen der Caritas: Von der Beratung für Schwangere, vom Streetworker, über Kitas, Familien- und Behindertenhilfen, von Beratungsangeboten für Menschen in Krisensituationen bis hin zur Hochleistungsmedizin im Krankenhaus und zur Altenpflege. Wo Not herrscht, ist die Caritas mit ihren Hilfsangeboten nicht weit.

Für den Erhalt der zahlreichen Caritas-Dienste und Einrichtungen ist die katholische Kirche unverzichtbar. Für Weissmann ist das nicht nur eine Frage der Strukturen und der Finanzen. „Die Caritas ist die ’Tochter der Kirche’ von Regensburg. Der Bischof gilt als der ’Vater der Armen’.“ Die Aufgabe, sich um die Armen zu kümmern, delegiere der Bischof sozusagen an die Caritas. Der Direktor ist dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Bischof Rudolf Voderholzer und dem Leiter der Hauptabteilung Diözesane Caritas, Domkapitular Roland Batz. Es sei spürbar, dass alle an einem Strang ziehen und ihnen die Weiterentwicklung der Caritas-Aktivitäten am Herzen liege. „Letztlich arbeiten wir alle im Auftrag Christi und diesem Auftrag versuchen wir jeden Tag zu folgen.“

Damit die Hilfe da ankommt, wo sie gebraucht wird, braucht ein großes Wohlfahrtsunternehmern wie die Caritas funktionierende Strukturen und vor allem viele tausend Menschen, die sich einsetzen und engagieren. „Die Arbeit der Caritas wird besonders geprägt von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit meine ich alle - sowohl die Hauptamtlichen, als auch die im Ehrenamt. Deren Engagement und deren großes Herz prägen das Gesicht von Kirche und Caritas“, sagt Weissmann.

Stefanie Schricker unterhält sich liebevoll mit einer Bewohnerin des Caritas-Altenheims St. Martin in Neustadt an der Waldnaab.

Die Caritas kümmert sich ausschließlich um gemeinnützige und mildtätige Zwecke

Der Caritasverband für die Diözese Regensburg ist ein eingetragener Verein und gliedert sich in regionale Caritasverbände. Er ist einerseits Spitzenverband für sämtliche sozial-caritativen Dienste und Einrichtungen im Bistum, aber auch selber Träger vieler sozialer Einrichtungen. Der Caritasverband gliedert sich in zehn Kreis-Caritasverbände, vier Caritas-Sekretariate und einige Orts-Caritasverbände. Als Verband verfolgt die Caritas ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für den weiteren Dienst an Menschen in Not verwendet werden.

Ohne die nötige finanzielle Ausstattung wäre die Caritas nicht in der Lage, ihren Dienst an den Menschen zu tun. Für Weissmann steht fest: solide Finanzen sind die Voraussetzung für die professionellen Dienste, Hilfs- und Beratungsangebote. Reich sei die Caritas deshalb nicht. Eine Bilanzsumme von 200 Millionen Euro sehe zwar auf den ersten Blick nach viel Geld aus. Man müsse aber genauer hinsehen, um die Zahl richtig zu beurteilen. Ein Großteil der Summe stehe in Form von Anlagevermögen - und zwar in Immobilien - in den Büchern, erklärt Weissmann. Zu diesen Immobilien zählen das Caritas-Krankenhaus St. Josef, 18 Alten- und Pflegeheim, die dem Caritasverband gehören, zwei Kindertagesstätten, eine Kinderkrippe, die Suchtfachklinik in Haselbach und die Familien-Ferienstätte St. Englmar. „Diese Immobilien binden 72 Prozent der gesamten Bilanzsumme“, erläutert der Caritas-Dirktor. „In Zahlen ausgedrückt heißt das: 155 Millionen Euro stehen der Gesellschaft in Form dieser Zweckimmobilien zur Verfügung. Ein ganz stolzer Betrag“, findet Weissmann.

Der Leiter des Kinderhorts in Straubing, Martin Ernst, spielt mit den Kindern am Tisch.

Natürlich besitzt der Caritasverband nicht nur Immobilien. „Zum 31.12.2017 standen knappe 26 Millionen Euro auf unseren Konten“, gibt Weissmann weiter Auskunft. Transparenz ist ihm wichtig. Das gilt für die fachliche Arbeit der Caritas wie für den Umgang mit den Mitarbeitern und für die Finanzen. „Diese Mittel sind unsere Liquiditätsreserve. Die muss jedes Unternehmen vorhalten. Ganz egal, in welcher Branche es sich bewegt.“ Davon würden auch die Löhne und Gehälter von fast 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezahlt. „Das macht 9,5 Millionen Euro jeden Monat aus“, erklärt der Caritas-Direktor und fährt fort: „Wir können eine Barreserve für circa drei Monate vorhalten.“ Vor diesem Hintergrund könne man nicht behaupten, dass der Diözesancaritasverband reich an finanziellen Mitteln sei. „Wir haben eine sehr ordentliche finanzielle Ausstattung, die zweckgebunden und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist“, betont Weissmann. „Damit stellt sie einen wirklichen Mehrwert für das Gemeinwohl dar.“

Über Vorstellungen, die Caritas finanziere all ihr Tun durch staatliche Mittel, kann Weissmann nur den Kopf schütteln. Die Realität sieht anders aus. Das lässt sich belegen. Weissmann nennt das Beispiel stationäre Altenhilfe, ein großes Tätigkeitsfeld der Caritas. „Da fließen überhaupt keine steuerlichen Mittel. Wenn hier Mittel fließen, dann in Form des Pflegegeldes, das jeder Bewohner - auch in Einrichtungen anderer Trägerschaft erhalten kann - je nachdem in welcher Pflegestufe er eingruppiert ist.“ Den Rest zahlen die Heimbewohner aus eigener Tasche. Erhält jemand Sozialhilfe, springt der Bezirk dafür ein. In den Krankenhäusern kommen die Krankenkassen für die Kosten auf. Staatliche Förderung erhalte die Caritas im Bereich der Dienste und Hilfen, erläutert Weissmann. „Hier finden aber durchweg staatliche Pflichtausgaben statt, die sich gut mit den christlichen Werken der Barmherzigkeit in Einklang bringen lassen.“

Der Vorstand der Bewohnervertretung des Caritas-Altenheims St. Martin, Josef Karl, im Portrait.

Ohne Kirchensteuer - keine Caritas-Arbeit

Im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips übertrage der Staat Pflichtaufgaben an die Verbände der freien Wohlfahrt. Das betreffe alle Wohlfahrtsverbände, nicht nur die Caritas, sagt Weissmann. Die Wohlfahrtsverbände leisteten damit einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft. Aber auch in diesem Bereich würden staatliche Mittel nicht ausreichen, die entsprechenden Angebote zu finanzieren. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass zehn Prozent der förderfähigen Kosten für diese Dienste vom jeweiligen Träger selbst zu finanzieren sind. „Dafür braucht es dann Spenden oder eben die Kirchensteuer“, erklärt Weismann.

Ohne Finanzmittel aus der Kirchensteuer wäre die Caritas-Arbeit so also nicht möglich. „Etwa 8,5 Millionen Euro stellt das Bistum Regensburg aus Kirchensteuermitteln jährlich für die Arbeit der Caritas zur Verfügung.“ Beispielsweise für die Schwangerenberatung, für die allgemeine Sozialberatung, für Schulden- und Insolvenzberatung oder die Flüchtlingshilfe.

„Prinzipiell kann man sagen, dass die gesamte Landschaft unserer Beratungsdienste von den Zuweisungen des Bistums abhängig ist“, betont Weissmann.


Durch den Einsatz von Wohlfahrtsverbänden, wie die Caritas, spart der Staat also Geld. Im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips überträgt er Aufgaben an die Wohlfahrtsverbände. Deren Finanzierung muss dann zu einem bestimmten Teil von den Verbänden selbst geschultert werden. „Für den Staat würde ein Systemwechsel viel Geld kosten und wesentlich mehr Ressourcen erfordern. Und die Menschen hätten auch keine Wahlfreiheit mehr“, erklärt Weissmann.

Caritas-Direktor Michael Weissmann bei einer Sitzung des Caritasrats.
Der Caritas-Direktor Michael Weissmann und Prof. Franz Merl, Vorsitzender des Caritasrats, nehmen an der Sitzung des Caritasrats teil.

So sieht das auch Dr. Stefan Gerhardinger (53). Seit Januar 2017 leitet der Diplompsychologe und psychologische Psychotherapeut die Abteilung Soziale Dienste und Hilfen des Caritasverbandes im Bistum Regensburg. „Wir sind der Nahe-am-Menschen-Teil der katholischen Kirche, der Menschen in Not Hilfe leistet, aber auch Orientierung gibt“, betont er. Gerhardinger weiß, wovon er spricht. Viele Jahre hat er selbst im Beratungsdienst der Caritas gearbeitet. Er kennt die Nöte der Menschen, die seelischen und die vielen anderen. „Not ist nichts Exotisches, sondern natürlich“, sagt er.

Wo es Wahlfreiheit gibt, kann man zwischen unterschiedlichen Anbietern auswählen. Für die Caritas ist die fachliche Qualität ihrer Angebote und ihr spezielles Profil von besonderer Bedeutung. Zudem unterscheidet sie ihre Kirchlichkeit von anderen Anbietern. Das kommt auch im Leitbild des Caritasverbandes zum Ausdruck. Darin werden die Grundaussagen der Caritas-Arbeit zusammengefasst. Dieses Leitbild beginnt mit dem Satz: „Ursprung und Grundlage der kirchlichen Caritas und damit des Caritasverbandes ist die helfende und heilende Zuwendung Gottes zum Menschen.“


Mit Blick auf dieses Leitbild betont Direktor Weissmann: „Caritas ist Kirche und Kirche ist Caritas. Caritas ist nicht nur ein Verband, sondern ein wesentlicher Vollzug von Kirche. Caritas gibt der Kirche ein Gesicht. Es gibt keine Caritas ohne Kirche und keine Kirche ohne Caritas.“

Christian Kreuzer, der Chef der Suchtberatung, im Portrait
Blick auf ein Beratungsgespräch mit dem Chef der Suchtberatungsstelle, Christian Kreuzer.

Wer Hilfe braucht, bekommt sie

Beratungsarbeit bedeute nicht, Ratschläge zu erteilen. „Es geht um eine sehr differenzierte Form der Hilfeleistung.“ Diese orientiert sich an der Situation, an der individuellen Problemlage und den Nöten des jeweiligen Gegenübers. Dabei sei es wichtig nicht nur die Probleme, sondern auch die Ressourcen zu sehen, so Gerhardinger. Glaube oder Religionszugehörigkeit sei keinerlei Voraussetzung um die kostenlosen Hilfsangebote der Caritas in Anspruch nehmen zu können. „Zu uns kann jeder kommen“, betont Gerhardinger.

In der Bundesrepublik seien rund 30 Prozent der Bevölkerung behandlungsbedürftig psychisch krank. Schon der Blick auf diese Zahl unterstreicht die Bedeutung der Beratungsdienste der Caritas. „Der Caritasverband bietet ein breites Spektrum an Hilfs- und Beratungsangeboten für verschiedene Probleme und Problemgemengelagen“, sagt Gerhardinger.  Der Psychologe weiß nur zu gut: oft geht es nicht nur um ein Problem, sondern um komplexe Problemzusammenhänge, die der Lösung bedürfen.

Experten für jede Lebenslage

Hier liegt eine besondere Stärke der Caritas. Je nach Bedarf können unterschiedliche Experten zugezogen werden, um an einer Lösung mitzuarbeiten. Das Gute dabei: Für Betroffene und Hilfesuchende sind keine großen Hürden zu überwinden und die Beratungsangebote sind kostenfrei. „Ein Anruf genügt“, sagt Gerhardinger. „Man bekommt schnell einen Termin, wird ernstgenommen und erstversorgt. Damit ist Hilfe auf den Weg gebracht.“ Im Gespräch zeigt sich dann, was genau benötigt wird, ob ein einmaliges Gespräch ausreicht oder eine intensivere Betreuung gebraucht wird. „Mitunter begleiten wir Menschen ein, ’Problemleben’ lang“, sagt Gerhardinger.


Der Psychotherapeut legt Wert auf die professionelle Beratungsarbeit der Caritas. „In unseren Beratungsstellen sitzen sehr gut ausgebildete Fachkräfte.“ Der Glaube, das christliche Menschenbild, die Überzeugung von der Würde jedes Menschen seien die Grundlagen der Caritasarbeit, aber die Beratungsgespräche erfolgten nach fachlich professionellen Kriterien.

Der Streetworker Ben Peter versorgt den Obdachlosen Mark Bayer mit Nahrungsmitteln.

Von der Schwangerschaftsberatung über die Ehe-, Familien- und Lebensberatung bis hin zur Trauerbegleitung reicht das Beratungsangebot der Caritas. „Wir bieten Hilfen von vor der Geburt bis nach dem Tod. Also über die gesamte Lebensspanne“, fasst Gerhardinger die breite Palette der Beratungsdienste der Caritas zusammen und fügt hinzu: „Das heißt nicht, dass wir für alle Probleme Lösungen anbieten können. Aber wir sind sehr breit aufgestellt und können so viele Problemlagen erst- und weiterversorgen. Und wir sind gut vernetzt mit Blick auf weiterführende Hilfe.“ Es liegt an diesem breiten Angebot professioneller Beratung, dass die Menschen, die es nutzen, aus allen sozialen Schichten kommen und aus allen Altersgruppen stammen. Die kostenlosen Beratungsangebote der Caritas richten sich an alle Menschen. Gerhardinger ist überzeugt: „Die meisten werden uns irgendwann brauchen können, ob als Betroffene oder als Angehörige."

Personal - das wichtigste Kapital

Die ganze Bandbreite des Lebens gehört auch zum beruflichen Alltag von Dr. Robert Seitz (ALTER?). Als Ableitungsleiter Soziale Einrichtungen des Caritasverbandes der Diözese Regensburg ist er für die Kleinen und für die Senioren zuständig, für Kitas und Alteneinrichtungen bzw. ambulante Pflegedienste bis hin zu Hospizarbeit und Palliativcare. Ganz gleich, ob jung oder alt: „Es geht immer um die Würde jedes einzelnen Menschen“, hebt Seitz hervor. Der promovierte Gesundheitsökonom unterstreicht die Bedeutung der Qualität und das spezielle Profil der Caritas. „Unser Qualitätsanspruch hebt sich ab von der Norm.“ Deshalb zahle die Caritas ihre Mitarbeiter auch besser als dies im Durchschnitt üblich sei. Wer Wert auf eine gute Pädagogik in den Kitas und eine qualifizierte Pflege im Alter lege, müsse entsprechend in Personal und dessen Qualifikation investieren. „Personal ist das wichtigste Kapital in sozialen Einrichtungen“, betont Seitz.

In der Diözese Regensburg gibt es 400 katholische Kitas - ein Großteil davon in Trägerschaft katholischer Kirchenstiftungen. Einschließlich der Fachabteilungen und Fachberatung der Caritas arbeiten knapp 4.000 Mitarbeiter in diesem Bereich. Die Caritas verantwortet nicht nur pädagogische und fachliche Beratung, sie bietet Fortbildung an und übernimmt auf Wunsch der Träger auch die Geschäftsführung katholischer Kindertageseinrichtungen. Ohne Mittel aus der Kirchensteuer wären Profil, Qualität und pädagogisches Niveau der katholischen Kindertagesstätten nicht möglich, erklärt Seitz. „Wir hören oft von Eltern, dass in unseren Einrichtungen ein besonderer Geist herrscht“, freut er sich. Dieser besondere Geist der Wertschätzung und Werteerziehung werde auch von vielen nichtkatholischen Eltern geschätzt.

Zwei Mädchen spielen ein Kartenspiel im Kinderhort Straubing.

Die Qualität der Pflege und der besondere Geist der Caritaseinrichtungen stellen für Seitz auch den entscheidenden „Mehrwert“ in der Altenpflege dar. Im Bistum Regensburg gibt es 60 ambulante Pflegeeinrichtungen und 50 kirchliche Alten- und Pflegeheime, 19 davon sind in direkter Trägerschaft der Caritas. Bei fünf weiteren führt die Caritas die Geschäfte. Andere befinden sich in Trägerschaft von Kirchenstiftungen oder eingetragenen Vereinen.


In katholischen Alten- und Pflegeheimen arbeiten etwa 3.000 Mitarbeiter, die sich um mehr als 4.000 Heimbewohner kümmern. In der ambulanten Pflege kümmern sich etwa 1.800 Mitarbeiter um rund 9.000 Menschen. Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen mit ihrer ganz persönlichen Geschichte, mit speziellen Bedürfnissen und Notlagen. Dem müsse man durch gute fachliche Pflege und menschliche Zuwendung gerecht werden, sagt Seitz.

Durch die Mobilität der Caritas können sehr viele Menschen erreicht werden

Für ihn ist es wichtig, dass die Caritas mit ihrer ambulanten Pflege auch dort hinkommt, wo andere nicht mehr hingehen. „Wir sind oft damit konfrontiert, dass Pflegebedürftige keinen Pflegedienst mehr finden, weil sie zu weit auswärts wohnen. Es ist dann die Caritas, die sich um diese Menschen kümmert. Es sind die Mittel der Kirche, die es uns ermöglichen, dass wir diese Menschen weiter anfahren können.“  Auch unsere Angebote im Palliativ- und Hospizbereich wären ohne Mittel aus der Kirchensteuer so nicht möglich, gibt er zu bedenken.

„Erfolg ist keiner der Namen Gottes“, hat der Religionsphilosoph Martin Buber gesagt. „Misserfolg aber auch nicht“, hat ein Theologe später humorvoll ergänzt. Je nachdem, was man unter Erfolg versteht, ist beides richtig. „Unseren Erfolg werden Sie nicht in den Büchern finden“, betont Caritas-Direktor Weissmann. „Unseren Erfolg sehen wir dann, wenn Menschen, die Hilfe suchen, zu uns kommen. Wenn wir die Möglichkeit haben, ihnen diese Hilfe anzubieten und ein Stück ihres Lebensweges mit ihnen zu gehen. Helfen, beraten, engagieren: Das ist unsere Aufgabe. Wenn das gelingt, ist das der schönste Erfolg.“

Nicht nach materiellem Erfolg zu streben, sondern - im Sinne des Evangeliums - die Hinwendung und Zuwendung zum Hilfsbedürftigen in den Vordergrund zu stellen, darin ist die Caritas im Bistum Regensburg ausgesprochen erfolgreich.

Zwei Mädchen spielen zusammen im Kinderhort Straubing.
Ein Kind bestückt eine Vorlage mit Bügelperlen.

Diakon Michael Weißmann im Interview.

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über seine Person und die Caritas

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über das Leitbild der Caritas

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über das Qualitäts- und Erfolgsversprechen der Caritas

Der Streetworker Ben Peter begrüßt den Obdachlosen Mark Bayer auf der Straße.
Der Streetworker Ben Peter holt bei der Bahnhofsmission Nahrungsmittel für die Obdachlosen ab.
Eine Bewohnerin des Caritas-Altenheims St. Martin sitzt im Rollstuhl mit einem Hund im Arm.
Eine lachende Bewohnerin des Caritas-Altenheims St. Martin im Portrait.
Die Leiterin des Altenheims, Stefanie Schricker, amüsiert sich mit einer Bewohnerin des Altenheims.
Caritas-Direktor Michael Weissmann im Portrait.
Christian Kreuzer, der Chef der Caritas-Suchtberatung, im Portrait.
Ein junger Mann liest einem Kind des Kinderhorts Straubing aus einem Buch vor.
Stefanie Schricker, Leiterin des Caritas-Altenheims in Neustadt an der Waaldnaab, im Portrait

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