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Vasfiye Ermegan, die bei der Migration- und Flüchtlingsberatung arbeitet im Portrait.

"Wenn man hört, was die Menschen bis zu dem Zeitpunkt durchlebt haben, bevor sie zu uns in die Beratungsstelle kommen, erfüllt mich das mit viel Demut. Hier täglich helfen zu dürfen, lässt mich jeden Abend zufrieden nach Hause fahren."

Vasfiye Ermegan

Ankerzentrum Evangelium

Mit der Migrations- und Flüchtlingsberatung leistet die Caritas einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration

Migration und Integration gehören zu den großen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Einer, der sich seit Jahren mit der Thematik befasst, ist Josip Smoljo. Seit 19 Jahren arbeitet der Sozialpädagoge in der Migrationsberatung. Seit zehn Jahren leitet er das Referat „Migration und Integration“ des Caritasverbandes Regensburg.

Sein Aufgabengebiet umfasst zwei Dienste: Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und die Flüchtlingsberatung. Die Migrationsberatung der Caritas ist ein Angebot für bereits länger in Deutschland lebende Ausländer mit weiter bestehendem Integrationsbedarf. Etwa für Spätaussiedler, EU-Bürger, anerkannte Asylbewerber und deren Familienangehörige.

Wir unterstützen, beraten, geben Hilfe und Orientierung

Die Flüchtlingsberatung unterstützt Flüchtlinge, Asylbewerber und „Geduldete“, also Menschen, über deren dauerhaften Verbleib in Deutschland noch nicht endgültig entschieden ist. Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, kennen meist weder Strukturen, noch Abläufe. „Sie wenden sich an uns mit vielen verschiedenen Anliegen“, berichtet Josip Smoljo „Wir unterstützen, beraten, geben Hilfe und Orientierung.“ Das geht von der Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen bis hin zur Beratung in Fragen des Familiennachzugs.

„Die Fragestellungen ändern sich je nach Bedarf des Klienten. Ein Klient, der neu kommt, hat andere Fragen als jemand, der schon ein bisschen länger da ist.“ Ist ein Asylantrag angenommen, ergäben sich andere Fragestellungen als bei jemandem, dessen Antrag abgelehnt wurde, erklärt Smoljo.

Sozialpädagoge Josip Smoljo während eines Gesprächs.
Nahaufnahme einer Aufenthaltsgestattung.

Offener und ehrlicher Umgang

Auf all diese unterschiedlichen Herausforderungen geht die Beratung der Caritas individuell ein, unterstützt bei den ersten Schritten nach der Ankunft bis hin zur Wohnungssuche. Die meisten, die nach Deutschland kommen, sprächen kaum Deutsch. „Dann vermitteln wir zu Sprachkursen.“ Hat jemand keine Chance zu bleiben, werde auch dies „offen und ehrlich besprochen“, betont Smoljo. Dann werde gemeinsam überlegt, welche alternativen Perspektiven es gibt.

In die neue Heimat integrieren

In der Migrationsberatung geht es vor allem um Hilfe und Unterstützung bei der Integration in die neue Heimat. „Im Beratungsgespräch schauen wir, was jemand mitbringt, welche Stärken sind vorhanden, welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht es noch.“ Entsprechend werden notwendige Hilfen angeboten oder vermittelt. Im laufenden Jahr hat die Migrations- und Flüchtlingsberatung der Caritas mehr als 1.000 Menschen beraten. Der Bedarf ist nach wie vor groß.


„Wir sind zuständig für Stadt und Landkreis“, erklärt Smoljo. Im gesamten Bistum gibt es zwölf Standorte für Flüchtlings- und Migrationsberatung. Beraten wird zum Beispiel auch direkt im Ankerzentrum oder im Familienzentrum „Kontrast“ in Regensburg, das in der Nähe einer Gemeinschaftsunterkunft liegt.

Ein Baby im Portrait.

Erste Erfolge in der deutschen Sprache

Sprachkenntnis ist der entscheidende Integrationsfaktor. Daher freut sich Smoljo über die Eigeninitiative einer Gruppe von Flüchtlingen, die bereits Deutsch gelernt haben. „Sie haben sich an uns gewandt, um kostenlos Sprachvermittlung oder Dolmetscherdienste anzubieten. Wenn wir Sprechstunde haben, sitzen sie im Warteraum. Sehen wir, dass eine Klientin oder ein Klient mit Deutsch noch nicht so weit ist, dann holen wir einen dieser Sprachvermittler dazu.“

Für Smoljo ist die Migrations- und Flüchtlingsberatung der Caritas ein Gebot der Nächstenliebe. „Der Dienst der Kirche ist verankert im Evangelium“, betont er. „Wir orientieren uns am Gebot der Nächstenliebe. Das ist unsere Motivation und der Grund, warum wir Menschen Hilfe anbieten - unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht der Mensch, seine Not und ihre Beseitigung.“ Für Smoljo steht die Flüchtlingsarbeit in der großen sozial-caritativen Tradition der Kirche. Die Kirche habe sich immer der Schwachen, der Fremden und jener Personen angenommen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Das war in den Anfängen der Kirche so und ist heute nichts anders. Das Evangelium verpflichtet dazu.

Die Flüchtlings- und Migrationsberatung der Caritas ist kostenlos. Trotz staatlicher Unterstützung durch Bund und Land trage die katholische Kirche einen „erheblichen Teil der Kosten“, erklärt Smoljo. Der Migrationsdienst koste den Caritasverband rund 1,2 Millionen Euro jährlich. „Bei der Migrationsberatung leistet die Kirche einen Eigenanteil in Höhe von 34 Prozent. In der Flüchtlingsberatung liegt der Eigenanteil bei 17,4 Prozent.“  Ohne zusätzliche Mittel aus der Kirchensteuer wäre die Migrations- und Flüchtlingsberatung der Caritas in diesem Umfang unmöglich, betont der Sozialpädagoge.

Zwei Asylbewerberinnen in der Beratung.
Vasfiye Ermegan unterhält sich mit zwei jugendliche Mädchen.

Neue Herausforderung

Derzeit ist die Zahl der Geflüchteten rückläufig. Was heißt das für die Flüchtlingsberatung? „Fakt ist, dass wir in Stadt und Landkreis Regensburg eine hohe Zahl von Flüchtlingen haben.“ Noch lasse sich nicht abschätzen, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Je länger sich Flüchtlinge und Migranten hier aufhielten, desto komplexere Probleme träten zu Tage, gibt der Caritas-Mann zu bedenken. „Vielleicht werden es weniger Klienten, aber die Problematik wird deutlich vielschichtiger und schwieriger.“

Dann ist es gut, dass es die Beratung der Caritas gibt.


Deckung des Gesamtaufwandes von 797.200 € der Asylberatung durch:

Deckung des Gesamtaufwandes von 384.544 € der Migrationsberatung durch:

*Eigenleistung setzt sich aus Kirchensteuermitteln (hauptsächlich) der Diözese Regensburg und Eigenmitteln der Caritas zusammen.

Einkünfte Asylberatung bistumsweit
(2017):

 

Zuschüsse Staat 481.968,73 €
Zuschüsse Diözese Regensburg  139.416,62 €
AG Migrantenmedizin13.410,79 €
Geldspenden
(einschließlich -bußen) 
18.165,00 €
Defizit (von der Caritas getragen) 138.738,41 €

 

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