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Domkapellmeister Christian Heiß mit den Regensburger Domspatzen

Herzstück ist der Chorgesang

Fotograf: Michael Vogl

Die Stiftung Regensburger Domspatzen

Man muss es hören. Es ist die klingende Raison d’être der Regensburger Domspatzen: Das Lob Gottes verkünden. Und sie singen es mit Leib und Seele. Schon der Völkerapostel Paulus schreibt an die jungen Gemeinden in Ephesus und Kolossä: „Dankbaren Herzens singt Gott Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder“ (Epheser 5,19 und Kolosser 3,16). Zahlreich sind die Empfehlungen und Hinweise von Kirchenvätern und Päpsten durch die Jahrhunderte. Das Motu proprio „Inter pastoralis officii“ von Papst Pius X. liefert die erste umfassende Definition von Kirchenmusik als „wesentlichen Bestandteil der feierlichen Liturgie“ und spricht ihr die Aufgabe zu, „dem liturgischen Text eine größere Kraft zu verleihen“. Aber die Domspatzen machen noch mehr. Ihre quellreinen Klänge erheben die Herzen, sie entführen Geist und Gemüt in Höhen, in die das gesprochene Wort nicht aufzusteigen vermag.

Eine ganzheitliche Erziehung

Hinter dem reinen Klang stecken harte Arbeit, viel Begeisterung und durchdachte Organisation. Täglich wird geprobt. „Der Chorgesang ist unser Herzstück“. Darauf weisen alle Verantwortlichen bei den Domspatzen gerne hin. Im Leitbild von 2006 ist es klar definiert: „das Lob Gottes verkünden ist die Hauptaufgabe der Domspatzen.“ Dazu gehört für die Stiftung Regensburger Domspatzen eine ganzheitliche Erziehung, die die jungen Menschen musisch und schulisch fördert, sie trägt und hält, um christliche Werte weitertragen und in die Gesellschaft einbringen zu können. Das ist heute nicht einfach und geht nur mit den Eltern zusammen. Die Absprache mit ihnen ist eng. Matthias Deget, Vater eines Schülers, bestätigt es mit den Worten: „Wir sagen Danke“. Er und seine Frau hätten es nie bereut, ihren Leon auf die Schule der Domspatzen geschickt zu haben. „Wenn wir noch einen Sohn hätten, würden wir es sofort wieder tun“. Hier passe alles, „die ethischen Grundsätze, die musische Ausbildung, die anspruchsvolle, gute Schule“.

Blick auf die Mensa der Domspatzen, die Kinder sitzen an ihren Esstischen
Blick auf die Grundschule der Regensburger Domspatzen

Den ganzen Tag mit Freunden verbringen

Begeistert und stolz erzählt er von der Weltoffenheit der Schule, den Reisen, die der Chor mache in andere Kulturkreise und ferne Länder. Und die Missbrauchsvorwürfe? Matthias Deget bleibt gelassen: „Das war eine andere Generation, das muss man sauber trennen“. Natürlich sei man kritisch, was die Vergangenheit angehe, und wachsam in der Gegenwart. „Aber es kann nicht sein, dass man Jungs und Lehrer von heute für ein abgeschlossenes Kapitel bestraft“. Auch Jakov, der hier lernt, singt und lebt, sieht „keinen Zusammenhang, keinen Bezug zu damals“. Er lebt mit Freude im Internat, das Platz hat für 180 Jungs. Zu dritt teilen sie sich ein Zimmer. „Wo gibt es das noch: Morgens bis abends zusammen mit Freunden sein, singen und Gemeinsames erleben?“, schwärmt er und dann etwas nachdenklicher: „Ein Internat ist vielleicht nicht für alle die beste Lösung. Aber für die, die gerne singen, sind die Domspatzen das Beste“. 

Christian Heiß – der neue Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen

Blick auf den Domkapellmeister Christian Heiß

Fotograf: Michael Vogl

Seit dem 1. September 2019 ist Christian Heiß neuer Domkapellmeister in Regensburg und damit Chef der weltberühmten Regensburger Domspatzen. Der ehemalige Domspatz hatte sich unter 40 hochkarätigen Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt. „Er gehörte zu den acht ausgewählten Top-Kandidaten und beeindruckte beim Vordirigieren das Expertengremium und die Sänger gleichermaßen“, sagt Dompropst Dr. Franz Frühmorgen. Auch die Meinung der Buben wurde gehört. Sie durften anhand von Fragebögen ihre Wertung abgeben. Christian Heiß tritt die Nachfolge von Roland Büchner an, der nach 25 Jahren in den verdienten Ruhestand getreten ist. 

„Ich freue mich auf die Jungs!“

„Über die Berufung zum neuen Regensburger Domkapellmeister freue ich mich sehr und bin dankbar dafür, dass sich Bischof und Domkapitel für mich entschieden haben“, sagt Christian Heiß. Er empfindet es als ein großes Geschenk, nun als Domkapellmeister an den Ort zurückkehren zu dürfen, der ihn als Mensch und Musiker entscheidend geprägt hat. Nun hat er die Chance, etwas davon zurückzugeben, was „mir in meiner Domspatzenzeit für mein Leben geschenkt wurde“. Der neuen Aufgabe stellt er sich mit Begeisterung. Für ihn ist es ein großer Ansporn und eine große Verpflichtung, in die Nachfolge großer Musikerpersönlichkeiten der über 1000-jährigen Tradition bei den Regensburger Domspatzen zu treten. „Am meisten freue ich mich auf die Jungs, die mich beim Vordirigieren schon begeistert haben“, sagt er. Gemeinsam mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde er daran arbeiten, dass die Domspatzen auch künftig einer der berühmtesten und besten Knabenchöre der Welt sind.

Die ganze Bandbreite: Vom Fortissimo bis zum Pianissimo

Das Entscheidende bei den Regensburger Domspatzen ist, so der neue Domkapellmeister, dass man mit den Menschen, mit denen man musikalisch arbeitet, jeden Tag zusammen ist. Das gibt es im Bereich der katholischen Kirchenmusik sonst nirgends. Das ist beneidenswert. Wer in der Kirchenmusik mit Chören arbeitet, hat sie in den allermeisten Fällen einmal pro Woche vor sich, erklärt Christian Heiß. Die Regensburger Domspatzen stehen für eine bestimmte Klangtradition, einem großen Klang. Christian Heiß kommt es darauf an, dass der Domspatzen-Klang präsent ist und klar bleibt: „Ich liebe es sehr dynamisch, ich möchte in meiner musikalischen Arbeit die ganze Bandbreite vom Fortissimo bis zum Pianissimo abbilden. Bestimmt wird auch das Repertoire, das ich wähle, den Stil prägen. Schwerpunkte liegen aber sicher auf Vokalpolyphonie und Gregorianik“, so Heiß.

Der Domkapellmeister Christian Heiß sitzt am Klavier und erklärt den Schülern etwas

„Kirchenmusik ist eine der ganz großen Chancen für die Kirche!“

Für Christian Heiß schließt sich mit der Aufgabe als neuer Domkapellmeister ein Kreis: „Ich bin jetzt wieder dorthin zurückgekehrt, wo ich groß geworden bin und wo für alles, was ich bisher tun konnte, der Grundstock gelegt wurde. Ich sehe das wirklich als eine Mitgift, die ich damals mitbekommen habe. Mir geht es nicht um Renommee, ich brauche keine Titel, das interessiert mich alles nicht. Ich will nur einfach so gut als möglich Musik machen können im kirchlichen Bereich.“ Als Leiter des weltberühmten Knabenchors muss man sich intensiv einbringen und sich um die jungen Sänger kümmern, weiß Christian Heiß: „Es geht immer erst darum, Menschen zu gewinnen. Das gilt gerade auch im Kinderchor-Wesen: Erfolg gibt es da, wo jemand begeistern kann, der komplett hinter dieser manchmal auch nervenaufreibenden Sache steht. Ich sage: Die Kirchenmusik ist nach wie vor eine der ganz großen Chancen für die Kirche!“

Der neue Domkapellmeister

Christian Heiß, selbst ehemaliger Domspatz, studierte nach dem Abitur die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel bei Professor Franz Lehrndorfer an der Musikhochschule München. Seine Studien beendete er mit dem Kirchenmusik-A-Diplom und dem Meisterklassendiplom in Orgel. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt und wechselte 2002 in der Nachfolge von Professor Wolfram Menschick in das Amt des Eichstätter Domkapellmeisters. In dieser Funktion leitet er die Chöre der Eichstätter Dommusik (Domchor, Schola Gregoriana und Jugendkantorei). Zudem trägt er als Diözesanmusikdirektor und Leiter des Amtes für Kirchenmusik die Verantwortung für die diözesane Kirchenmusik im Bistum Eichstätt. Christian Heiß spielt regelmäßig Orgelkonzerte und komponiert Chorwerke, die bei renommierten Musikverlagen erschienen. Christian Heiß ist 51 Jahre, verheiratet und Vater von zwei Töchtern und einem Sohn. 

Übersicht der Aufwendungen und Erträge

der Regensburger Domspatzen im Jahr 2017:

Aufwendungen                                                               10,0 Mio. € 

Erträge

  9,6 Mio. €  
Elternbeiträge  1,4 Mio. € 
gesetzliche Zuschüsse

  3,6 Mio. €

Domkapitel Regensburg / Diözese Regensburg  2,9 Mio. €
Sonstiges1,7 Mio. €

 

Die Basis der Stiftung

Ein Internatsplatz kostet 460 Euro im Monat, die Ganztagsschule zwischen 190 und 240 Euro. Damit werden die Kosten nur zum Teil gedeckt. Die üblichen Staatszuschüsse, die Diözese Regensburg und die Träger der Stiftung Regensburger Domspatzen ermöglichen die schwarze Null am Ende der Rechnung. (siehe Übersicht der Aufwendungen und Erträge). Das Domkapitel Regensburg ist einer der zwei Träger der Stiftung, der andere ist der Verein der „Freunde des Regensburger Domchors e.V.“. Der Stiftungsrat ist paritätisch besetzt. Vorsitzender ist Prälat Dr. Franz Frühmorgen, der am 01. Dezember 2018 als Dompropst eingeführt wurde. Dank der soliden institutionellen Basis kann die Stiftung nicht nur Grundschule, Gymnasium, Internat, offene Ganztagsschulen und  Chor unterhalten, sondern auch in Bayern, Deutschland und über die Konzerte in der ganzen Welt die musikalische Botschaft verkünden.

Das Herzstück der Stiftung ist der Chorgesang. „Es gibt kaum eine schönere musikalische Aufgabe in Regensburg als diesen Chor zu leiten“. Hier sind sich Christian Heiß und sein Vorgänger Roland Büchner einig. Wer die Domspatzen sieht und hört, kann es verstehen. 

Die Domspatzen singen ein Lied im Saal der Regierung der Oberpfalz.

Die Regensburger Domspatzen in Zahlen

Aufteilung der insgesamt 480 Schüler (2017):

Aufteilung der insgesamt 145 Beschäftigten (2017): 


Die Regensburger Domspatzen im Dom St. Peter.

Auftritt Regensburger Domspatzen "Pueri Hebraeorum" 2018

Jakob Wallbrecher, Domspatz, im Interview.

Jakov Wallbrecher,

Domspatz und Internatsschüler

Matthias Deget, ein Vater eines Domspatzen im Interview.

Matthias Deget,

sein Sohn Leon singt bei den Regensburger Domspatzen

Roland Büchner, der Kapellmeister der Regensburger Domspatzen im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über die Regensburger Domspatzen

Kapellmeister der Domspatzen in Regenburg, Roland Büchner im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über das Leitbild der Regensburger Domspatzen

Die Regensburger Domspatzen beim gemeinsamen Essen.

Die Regensburger Domspatzen

hautnah erleben

Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen, Roland Büchner im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

"Wie wird man Domspatz?"

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, in einem Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über die Finanzierung der Regensburger Domspatzen

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über den Reichtum der Regensburger Domspatzen

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über die Kontrollgremien der Regensburger Domspatzen

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

"Was bedeutet Erfolg für die Regensburger Domspatzen?"

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über die Kirche als Arbeitgeber

Roland Büchner, Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, im Interview.

Der ehemalige Domkapellmeister Roland Büchner,

über die Bedeutung der Regensburger Domspatzen

Architekt Joachim Peithner im Interview.

Architekt Joachim Peithner,

über die neue Heimat der Regensburger Domspatzen


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