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Frau Dr. Maria Baumann, die Diözesankonservatorin des Fachbereichs für Kunst und Denkmalpflege.

Kirche und Kunst

Maria Baumann kümmert sich als Konservatorin um die Kunstschätze des Bistums

Kunst und Kirche gehören zusammen – davon ist Dr. Maria Baumann überzeugt. „In der Kirche geht es wie in der Kunst um ganz existenzielle Themen“, meint sie. Und sie muss es wissen: Baumann ist seit August 2016 als Diözesankonservatorin Leiterin des Fachbereichs für Kunst und Denkmalpflege im Bistum Regensburg. Damit ist sie für alle Fragen zu diesem Thema zuständig, leitet aber auch die Regensburger Kunstsammlungen: Den Domschatz, das Museum Obermünster und das Museum St. Ulrich. 

Etwa 40.000 Exponate

In diesen Museen befinden sich Kunstschätze von erheblichem Wert, insgesamt sind es ca. 40.000 Exponate. Im Kern geht der Domschatz auf die romanische Zeit zurück und besteht aus vielen Gegenständen, die ursprünglich nicht für ein Museum, sondern für den Gottesdienst gemacht wurden. Entsprechend breit ist die Palette. Die Kunstsammlungen umfassen kleine Grafiken, Heiligenbildchen, aber auch ganze Altäre oder Kanzeln – und natürlich die „klassische“ Kunst: Gemälde und Skulpturen.

Frau Baumann begutachtet den Domschatz mit einem Mann.
Nahaufnahme eines Kelchvelum und Bursa.

Wem gehört die Kunst?

Baumanns Abteilung verwaltet Kunst, die ganz unterschiedlichen Rechtsträgern gehört: Dem Bistum Regensburg, dem Domkapitel, dem bischöflichen Stuhl, der Domkustodeistiftung und einzelnen Pfarreien. „Wir pflegen und bewahren diese Kunstwerke nur, aber sie sind weiterhin im Eigentum der einzelnen Rechtsträger“, sagt Maria Baumann. Eines der wertvollsten Exponate ist das Ottokarkreuz. Das Kreuz hat eine lange Geschichte: Ottokar gab das Kreuz in Auftrag, kam dann allerdings in finanzielle Nöte. Also verkaufte er den Kunstgegenstand an die jüdische Gemeinde in Prag, die es dann an die Gemeinde in Regensburg verkaufte. Von ihr erwarb es der Bischof von Regensburg. Jahrhunderte später pflegt Baumann das Kreuz mit ihrem Team. 

Ottokarkreuz in einer Nahaufnahme.

Wie viel ist die Kunst wert?

Weitere wertvolle Gegenstände sind ein Emaille-Kästchen aus dem 14. Jahrhundert und das Regensburger Schmetterlingsreliquiar. Der Wert dieser Kunst ist nur ganz schwer abzuschätzen. Baumann erklärt das am Beispiel des Wolfgangskelches: Der Materialwert ist nicht hoch. Würde man die Materialien einschmelzen und verkaufen, könnte man um die 500 Euro erzielen. Die handwerkliche Verarbeitung würde heute wohl etwas mehr als 5.000 Euro kosten. Der eigentliche Wert des Kelches hingegen wird mit einer halben Million Euro beziffert. „Diese Stücke hängen stark vom Kunstmarkt ab. Sakrale Gegenstände verlieren momentan an Wert. Aber wir wollen sie ja auch nicht verkaufen. Das würde unserer Verpflichtung nicht gerecht.“

Emaille-Kästchen aus dem 14. Jahrhundert in einer Nahaufnahme.
Der Wolfgangskelch in einer Nahaufnahme.

Kunst aus 2.400 Kirchen wird katalogisiert

Die Kunst ist nicht nur wertvoll, sondern muss mit viel Einsatz gepflegt und erhalten werden. Drei wissenschaftliche Kräfte kümmern sich um den Bestand. Freie Mitarbeiter sind im Moment damit beschäftigt, in den 2.400 Kirchen auf dem Gebiet des Bistums Regensburg einzelne Kunstgegenstände zu erfassen. Dazu kommen die Angestellten, die sich um einen reibungslosen Ablauf in den Museen kümmern, um das Inventar und die Sicherheitssysteme. Der Aufwand ist enorm: 50.000 Euro kosten Restaurierung und Sicherung der Kunstgegenstände jährlich. Die Arbeiten sind filigran, sie müssen sehr aufwendig restauriert werden. Zudem achtet man darauf, Firmen aus der Diözese zu engagieren. „Das ist mir ganz wichtig“, sagt Baumann. Finanziert werden diese Ausgaben durch Kirchensteuern. „Die Kirchensteuermittel sind für uns ganz wichtig.“

„Wir versuchen, den Kirchensteuerzahlern möglichst viel zurückzugeben“

Ungefähr 20.000 Euro gibt die Konservatorin jährlich für pädagogische Konzepte, didaktisches Material, Führungen und die Vermittlung der Kunst aus. Maria Baumann will die Schönheit der Kunst vermitteln. „Wir versuchen, den Kirchensteuerzahlern möglichst viel zurückzugeben, indem wir einen gut präsentierten Domschatz bieten, aber auch mit einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm.“ Dafür geht die Konservatorin auch in das Bistum hinaus, bemüht sich um Veranstaltungen außerhalb der Stadt Regensburg. „Wir wollen Kunst hinaustragen, damit nicht nur alles in Regensburg konzentriert ist“, so Baumann.

Das Regensburger Schmetterlingsreliquiar in einer Nahaufnahme.

Kirche und Kunst gehören zusammen

Die Kunst soll aber nicht nur bewahrt werden: Durch die Exponate wird auch Geschichte vermittelt. „Über Jahrhunderte, nahezu Jahrtausende war Kunstgeschichte immer Kirchengeschichte und umgekehrt.“ Die Kirche hat immer Künstler gefordert. Um diese Synthese fortzuführen, beschäftigt sich Baumann auch viel mit moderner Kunst. „Wir wollen diese Tradition der Kirche in die Zukunft führen.“

Baumann will Brückenbauerin sein

Ihren Beruf versteht Baumann vor allem als die Aufgabe einer Brückenbauerin. Sie will nicht nur Katholiken für die Kunstsammlungen begeistern – im Gegenteil: „Unsere Angebote sind nicht auf Kirchenmitglieder beschränkt. Wir sind offen für jeden Gast, der zu uns kommen mag und wir freuen uns über jeden, der kommt.“ Das christliche Erbe, sichtbar in den Kunstwerken, habe schließlich alle Menschen geprägt, nicht nur Christen. Dieses Erbe will Baumann den künftigen Generationen erhalten und organisiert deswegen immer wieder auch Führungen für Schulklassen, die so mit der Kunst in Berührung kommen sollen.

Maria Baumann bringt enorme Kompetenz in die Kunstsammlungen der Diözese Regensburg. Sie hat Volkskunde, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte und Religionswissenschaften studiert. Sie kann sich für die Strahlkraft und Kunst begeistern – „dem kann sich kaum einer entziehen.“ Deshalb ist sie auch überzeugt: „Ich habe sicherlich einen der schönsten Berufe und eine der schönsten Arbeitsstellen. Ich kann den ganzen Tag über mit schönen Dingen umgehen.“ Dinge, die jeden Menschen angehen. Dinge, die existenzielle Themen ansprechen.


Dr. Maria Baumann im Interview, hinter ihr sind zwei Kreuze zu sehen, eines davon ist das Ottokarkreuz.

Dr. Maria Baumann,

über die Verbindung von Kirche und Kunst

Das Schmetterlingsreliquiar der Diözese Regensburg.

Dr. Maria Baumann,

stellt die wertvollsten Exponate vor

Dr. Maria Baumann im Interview, hinter ihr sind zwei Kreuze zu sehen, eines davon ist das Ottokarkreuz.

Dr. Maria Baumann,

über ihren Fachbereich

Dr. Maria Baumann im Interview, hinter ihr sind zwei Kreuze zu sehen, eines davon ist das Ottokarkreuz.

Dr. Maria Baumann,

"Ist die Kirche durch ihre Kunst reich?"

Dr. Maria Baumann vor einer Vitrine mit verschiedenen Kelchen. Den Wolfgangskelch hält sie in den Händen.

Dr. Maria Baumann,

über den Wolfgangskelch

Wolfgangskelch in einer Nahaufnahme.
Ottokarkreuz in einer Nahaufnahme.
Ottokarkreuz in einer Detailaufnahme.
Ottokarkreuz und ein Weiteres in einer Nahaufnahme.
Frau Baumann hält einen Kelch in den Händen und redet mit einem Mann.
Frau Baumann steht vor einer Vitrine mit Kelchen.
Frau Baumann hält den Wolfgangskelch in den Händen.
Wolfgangskelch als Detailaufnahme.
Beschreibung des Regensburger Schmetterlingsreliquiar.
Eingangstür des Domschatzes.

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