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Die Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer sitzt mit Kindern auf dem Boden

Ganz nah am Menschen

Die Aufgaben von Pastoral- und Gemeindereferenten sind so bunt und vielfältig wie das Leben – Ohne sie würde nicht nur der Kirche etwas fehlen

„Für mich ist es ganz klar der Traumberuf“, sagt Stefanie Dandorfer. Wer ihr zuhört, spürt die Begeisterung für ihre Aufgabe. Die 37-Jährige ist Pastoralreferentin. Seit 2007 arbeitet sie für die Diözese Regensburg. Begonnen hat sie ihre Tätigkeit in der Konradsiedlung in der Pfarrei St. Konrad. Nach der Geburt ihrer Kinder und drei Jahren Elternzeit ist sie heute in Teilzeit in ihrer Heimatpfarrei „Herz Marien“ in Regensburg tätig.

Pastoraler Dienst in der Kirche - ein Traumberuf? Simone Felenda (45 Jahre alt) stimmt da zu. „Es ist das, was ich will und das, was ich kann“, sagt die Gemeindereferentin der Pfarrei „Herz Marien“, einer der größten Pfarreien im Stadtgebiet Regensburg. Seit 2001 steht Frau Felenda im Dienst der Diözese. Nach ein paar Jahren Elternzeit hat sie im September ihren Beruf als Gemeindereferentin wieder aufgenommen. Auch sie ist in Teilzeit tätig.

Gerade an Orten, wo Kirche unverhofft auftaucht

„Menschen von jung bis alt in Freude und Leid begleiten und mit ihnen zusammen den Glauben leben“, so beschreibt Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer ihren Beruf. Tatsächlich sind die Aufgaben von Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten so bunt und vielfältig wie das Leben.

 

Domkapitular Johann Ammer, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal im Bistum Regensburg, fasst die vielfältigen Tätigkeitsfelder so zusammen: „Arbeit mit, an und für Menschen in Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen in allen Lebensbereichen, nicht nur in den Pfarreien, ihren Gremien und Verbänden, sondern gerade auch an Orten, wo Kirche, unverhofft‘ auftaucht. Zum Beispiel in Kinder- und Tagesstätten, bei der Arbeit in Justizvollzugsanstalten, in der Hospiz- und Trauerarbeit, in der Notfallseelsorge, in Krankenhäusern oder Seniorenheimen. Immer geht es dabei um die Begegnung mit Menschen. Und diese Begegnung steht unter dem besonderen Blickwinkel: Gott liebt jeden – ohne Vorbedingung!“

 

Authentisch und glaubwürdig zu sein, hält Pastoralreferentin Dandorfer in ihrem Beruf für entscheidend. Man müsse Freude daran haben, mit Menschen zusammenzuarbeiten und eine lebendige Gemeinschaft zu gestalten. Dann könne man etwas bewegen. Das beginne bei Kinder- und Familiengottesdiensten, gehe über Schule und Kommunionunterricht über die Arbeit in Gremien und Ausschüssen einer Pfarrei bis hin zu Besuchsdiensten und der Betreuung des Seniorenkreises. Immer stehe dabei der Mensch im Mittelpunkt.

Der Domkapitular Johann Ammer im Portrait
Domkapitular Johann Ammer und Generalvikar Michael Fuchs beim Gebet

Kirche und Glaube nahbar machen

Dass die Zahl der Gläubigen abnimmt, spüre man auch in den Pfarreien, sagt Frau Dandorfer. „Wir versuchen da gegenzusteuern und alles zu tun, um ein wirklich positives Bild von Kirche zu vermitteln.“Kirche und Glaube nahbar zu machen, hält sie für besonders wichtig. Das geht nur über Personen.Die Pastoralreferentin nennt als Beispiel die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „So viele sind weit weg von der Kirche. Sie haben mit Glaube nichts am Hut oder sind mit ihm noch nicht in Berührung gekommen. Daher ist es wichtig, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen erste Schritte im Glauben gehen.“

 

Kirche nahbar machen, Menschen mit Gott in Berührung bringen: Das erfordert gerade heute besondere Kreativität, findet Gemeindereferentin Simone Felenda. Kreativ sein zu können, schätzt sie an ihrer Tätigkeit besonders. „Man kann Ideen entwickeln und sich mit neuen Gedanken einbringen. Es wird nie langweilig!“ Bei allem Einsatz und Engagement steht für die beiden Frauen aber auch fest: Glaube lässt sich nicht einfach machen. „Wir versuchen, den Glauben im Alltag zu leben. Aber letztlich kann man nur den Rahmen schaffen und Gemeinschaft leben. Dass Glaube wächst, lässt sich nicht organisieren. Das passiert einfach“, sagt die Gemeindereferentin.

Die Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer sitzt am Tisch mit einer alten Frau

Da sein, wenn jemand gebraucht wird

„Machen“ lässt sich Glaube nicht. Aber er lässt sich erfahrbar machen. Dafür braucht es Menschen, die das Evangelium mit ihrem Leben bezeugen. Die begleiten und da sind, wenn jemand gebraucht wird. Die trösten, stärken und helfen. Die Gemeinschaft stiften und auch miteinander feiern. Genau das zeichnet die Arbeit der pastoralen Dienste der katholischen Kirche aus.

 

„Spezifische Aufgabe der Pastoralreferenten ist es, mit den Gliedern der Gemeinde nach Wegen zu suchen, wie das Evangelium jeweils in Familie, Kirche und Gesellschaft gemäß den persönlichen und beruflichen Situationen gelebt und bezeugt werden kann“, heißt es in einem Schreiben der deutschen Bischöfe über den pastoralen Dienst.

 

Das Evangelium leben und Zeugnis geben: Das kann von Situation zu Situation und je nach Aufgabe und Tätigkeitsbereich ganz Unterschiedliches bedeuten. In jedem Fall aber ist es mehr als ein Beruf. Für Domkapitular Johann Ammer steht fest: „Es ist ein Beruf, der alle Lebensbereiche umfasst. Der alle Freuden und Sorgen, Hoffnungen und Ängste der Menschen ernst nimmt und in diese eintauchen darf. Es ist mehr als ein Job. Es ist ein Beruf, der die Berufung unmittelbar bei den Menschen und mit den Menschen zu leben und zu arbeiten, ideal verwirklichen lässt.“

Die Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer kniet am Boden und spricht mit den Kindern
Die Gemeindereferentin Simone Felenda sitzt in der Kirche, ein Junge zeigt ihr etwas auf einem Blatt Papier

Nötig sind menschliche Reife, Verankerung im Glauben und eine gute Ausbildung

Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten zu begleiten und dabei Gott zur Sprache bringen, das erfordert menschliche Reife, Persönlichkeit, eine Verankerung im Glauben und eine gute Ausbildung. Und die dauert mehrere Jahre.

 

Gemeindereferentin Simone Felenda hat an der Universität in Eichstätt den Fachhochschulstudiengang Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit studiert. „Das Studium dauert vier Jahre. In diese Zeit sind zwei Praxissemester integriert, die man bereits in einer Pfarrei verbringt“, erklärt sie. „Nach dem Studium beginnt die Assistenzzeit in einer Pfarrei. Diese dauert nochmal zwei Jahre. Man arbeitet Vollzeit, wird aber noch begleitet, etwa bei Gemeindeveranstaltungen oder in der Schule. Die Assistenzzeit endet mit schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungen. Dann ist man fertige Gemeindereferentin.“

Voraussetzung um Pastoralreferentin oder -referent zu werden, ist ein Studium der katholischen Theologie. Fünf Jahre hat Diplom-Theologin Stefanie Dandorfer an der Regensburger Universität Theologie studiert. Es folgten ein Praktikumsjahr in Laaber und die Assistenzzeit in der Konradsiedlung in St. Konrad. „Das waren nochmal drei Jahre, in denen man begleitetet und immer wieder geprüft wird. Am Ende der Ausbildung steht die zweite Dienstprüfung. Hat man die erfolgreich absolviert, ist man Pastoralreferentin“, erläutert Frau Dandorfer.

Gäbe es keine Pastoral- und Gemeindereferenten, würden nicht nur in den Pfarreien viele Angebote ersatzlos wegfallen. Was „hauptamtliche Laien“ leisten, lässt sich nicht einfach auf die Schultern von Ehrenamtlichen legen. Zumal viele Ehrenamtliche sich ohnehin schon intensiv einbringen. Ohne Pastoral- und Gemeindereferenten würde der Seelsorge der Kirche insgesamt etwas fehlen, „nämlich eine andere Ausprägung von Seelsorgern“, betonte Domkapitular Johann Ammer. „Von Anfang an waren im Christentum ‚hauptamtliche Laien‘ im Dienst. Von den Ehrenamtlichen unterscheidet sie ihre mehrjährige Ausbildung in Studium und pastoraler Ausbildung“, sagt Ammer. Der größte Teil der Pastoral- und Gemeindereferenten lebe in Ehe und Familie. „Diese Lebenserfahrung macht es manchen Menschen leichter, sich mit ihren Fragen zu öffnen“, meint der Geistliche.

Die Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer macht mit Kindern ein Wörter Rätsel

Kirche ist für alle da, nicht nur für Kirchgänger

Pastoralreferenten und Gemeindereferenten werden vom Bistum finanziert. Nach Angaben der bischöflichen Finanzkammer beliefen sich die Personalkosten für Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten im Jahr 2018 auf 9.505.900 Euro. Die Personalkosten für Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten lagen laut Finanzbuchhaltung bei 7.751.900 Euro. Dazu kamen Sachaufwendungen der Dienststelle „Pastorale Dienste“ in Höhe von 117.000 Euro. Ohne die Kirchensteuer wären die Dienste von Pastoral- und Gemeindereferenten und -innen nicht finanzierbar. Das zeigt der Blick in den Haushalt der Diözese. Die Ertragsseite des Haushalts besteht zu 83 Prozent aus Kirchensteuermitteln.

 

Pastoralreferentin Dandorfer ist froh, dass es die Kirchensteuer gibt. Sie käme ja keineswegs nur Menschen in der Kirche zugute, betont sie. Dadurch würden viele caritative und soziale Projekte finanziert und eben auch pastorale Arbeit. „Die gesamte Gesellschaft hat etwas davon.“ Gäbe es die Kirchensteuer nicht, wären all die wertvolle Arbeit und die vielfältigen Hilfen, die die Kirche bietet, so nicht möglich. Wäre man nur auf Spenden angewiesen, würde sich alles irgendwie ums Geld drehen“, meint sie. „So können wir uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren und uns um die Menschen kümmern.“

 

Simone Felenda stimmt zu: „Die Kirche hat eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kümmert sich eben nicht nur um Kirchgänger. Sie ist für alle Menschen da. Angefangen bei den Kindergärten, die für alle offen sind, egal ob katholisch, evangelisch, muslimisch oder bekenntnislos. Über die caritativen Angebote – von der Tafel über die Beratungsdienste, bis hin zu Krankenpflege- und Senioreneinrichtungen. Kirche ist für alle da. Das ist das Entscheidende.“

 

Die Pastoralreferentin Stefanie Dandorfer steht in der Kirche am Altar und spricht in ein Mikrofon

Beruf mit Zukunft und Perspektiven

Damit Kirche auch künftig für alle da sein kann, braucht es Menschen, die ihr Charisma und ihre Kompetenz einbringen und sich engagieren. Ehrenamtlich, aber in besonderer Weise eben auch hauptberuflich.

 

„Es lohnt sich auf jeden Fall, Pastoralreferentin beziehungsweise Pastoralreferent zu werden“, sagt Stefanie Dandorfer. „Das ist ein Beruf, bei dem man mit Menschen zu tun hat. Von jung bis alt - in Freude und in Leid. Man ist ganz nah bei den Menschen, kann Menschen begleiten und mit ihnen gemeinsam den Glauben leben. Angefangen bei den Kleinen über die Jugendlichen und Erwachsenen bis zu den Senioren. Pastoralreferent ist ein Beruf, bei dem man selberauch viel zurückbekommt. Für den eigenen Glauben und für das eigene Leben. Es entstehen Freundschaften, die wirklich ein Leben lang anhalten, auch wenn man die Pfarrei wechselt.“

 

Ganz ähnlich sieht das Gemeindereferentin Simone Felenda: „Wenn sich jemand mit der katholischen Kirche identifizieren kann, wenn er eine persönliche Verankerung im Glauben und den Gottesdiensten der Kirche hat und mit Menschen arbeiten möchte, dem würde ich schon antragen: ‚überleg dir, ob du einen pastoralen Beruf ergreifen willst‘.“

Und Domkapitular Ammer fügt hinzu: „Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass auch die Vereinbarkeit von Ehe und Familie mit dem Beruf im besonderen Fokus der Verantwortlichen steht und so gut gegeben ist. In wenigen Berufen gibt es so viele Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung in allen theologischen, pastoralen und spirituellen Feldern, die vom Dienstgeber mitgetragen werden. Menschen, getragen vom Glauben an Jesus Christus, in ihrer Kreativität und mit ihren Visionen, haben in diesem Beruf eine gute Möglichkeit diese für andere und die Kirche einzubringen und so Erfüllung in ihrem beruflichen Leben zu finden.“

Die Gemeindereferentin Simone Felenda sitzt am Tisch mit Kindern und lächelt

Domkapitular Johann Ammer wird interviewt

Domkapitular Johann Ammer,

das komplette Interview

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda sitzen am Tisch und stellen sich vor

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda,

die Pastoralreferentin und die Gemeindereferentin stellen sich vor

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda sprechen über ihren Beruf

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda,

über den Beruf des Pastoralreferenten

Simone Felenda steht mit einem Mikrofon in der Kirche, hinter ihr stehen zwei Kinder

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda,

über die Kirchensteuer

Simone Felenda steht in der Kirche vor einer Gruppe von Kindern und hält eine Kerze in der Hand

Stefanie Dandorfer und Simone Felenda,

über die Bedeutung der Pastoralen Dienste


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