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Finanzkommunikation im Bistum Regensburg

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Pfarrer Flierl unterhält sich mit einem Mann und  einer Frau.

Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit geschieht in den Pfarreien vieles, was allen zugute kommt - ob man gläubig ist oder nicht. Tirschenreuth ist nur ein Beispiel von vielen.

Den Grundwasserspiegel der Menschlichkeit heben

Georg Flierl ist Seelsorger mit Leib und Seele. Einer, der Gott und die Menschen liebt, und das Herz am rechten Fleck hat. Wenn er durch Tirschenreuth läuft, kommt er oft nicht weit. Da ein „Grüß Gott, Herr Pfarrer“, dort ein „Hallo, haben Sie vielleicht gerade einen Moment Zeit?“ Flierl ist ansprechbar und freut sich, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen - ob sie nun zu seiner Pfarrei gehören oder nicht.

Kein Raum für Routine

1956 in Vilshofen bei Amberg geboren, ist er - nach verschiedenen Stationen priesterlichen Wirkens - seit 18 Jahren Pfarrer in Tirschenreuth. Seit 2015 zudem Regionaldekan für die Region Tirschenreuth-Wunsiedel. Priesterliche Aufgaben liegen ihm besonders am Herzen. Wenn er davon spricht, leuchten seine Augen. Routine ist das auch nach vielen Jahren im Priesteramt nicht. Flierl lebt seine Berufung, die ihn nach einem kurzen Umweg über zwei Semester Medizinstudium 1978 für insgesamt 4 Jahre ins Regensburger Priesterseminar und für zwei Semester nach Rom geführt hat. Sakramentenspendung, die Verkündung des Evangeliums, die Feier der Eucharistie, die Seelsorge: All das gehört zu den Aufgaben eines katholischen Pfarrers, aber zu einer Pfarrei gehört noch weit mehr. Von den vielen Angeboten und Einrichtungen katholischer Pfarreien im Bistum profitieren nicht nur Kirchgänger und Gläubige. Tirschenreuth und die dortige Pfarrei Mariä Himmelfahrt sind da nur ein Beispiel.

Pfarrer Flierl spielt mit Jugendlichen Kicker.
eine Gruppe Kindergartenkinder die den Daumen hoch halten

Die Kirche ist mehr als „nur“ ein Gotteshaus

Vieles, was Tag für Tag mit großem Einsatz und Engagement in den Pfarreien geleistet wird, bleibt von der breiten Öffentlichkeit oft unbemerkt. Kein Wunder: Kindergärten, Jugendgruppen, Altenpflege, Pfarrzentren, solche Angebote waren irgendwie immer da. Doch was wäre, wenn das alles von heute auf morgen wegbrechen würde? Nicht nur die Kirche und die Pfarreien vor Ort wären nicht mehr wiederzuerkennen. Dörfer, Gemeinden und Städte würden sich gewaltig umstellen müssen und verändern. Denn: Kirche ist ja nie nur das Gotteshaus. Und eine Pfarrei besteht nicht nur aus Pfarrheim und Pfarrbüro. Mit einer Vielzahl von Einrichtungen, mit ihren hauptamtlichen und zahllosen ehrenamtlichen Mitarbeitern prägen Pfarreien ihr Umfeld und strahlen weit in den säkularen Raum hinein. Keineswegs nur religiös, sondern auch sozial, gesellschaftlich und kulturell.

Das beginnt mit den Kindergärten. Zur Pfarrei in Tirschenreuth gehört ein katholischer Kindergarten. „Eine ganz wunderbare Einrichtung“, findet Pfarrer Flierl. Termine im Kindergarten mag er sehr. Die Atmosphäre und die Lebendigkeit haben es ihm angetan. „Die Kinder zu erleben, ist einfach großartig“, sagt er und ist dankbar für die „gute Arbeit, die das Personal dort leistet.“ Erst vor kurzem wurde das 30-jährige Bestehen des katholischen Kindergartens gefeiert. Er befindet sich in Trägerschaft der Pfarrei. Erst vor zwei, drei Jahren wurde der Bau erweitert. Es brauchte mehr Platz. Vor allem für die Mittagsbetreuung der Grundschüler, denen im Kindergartengebäude Hausaufgaben-Betreuung angeboten wird. Dort bekommen sie auch Mittagessen. Das Ergebnis der Diskussionen und Planungen war ein Erweiterungsbau mit zwei zusätzlichen Gruppenräumen. „Ein regulärer Raum für die Kindergartenkinder plus ein Raum für eine Krippe sind entstanden“, erklärt der Pfarrer und freut sich darüber, dass viele Familien von diesem Angebot profitieren.

ein kleines Mädchen hebt beide Arme und schaut in die Kamera

Kostenpunkt: Mehr als eine Million Euro

Solche Projekte kosten Geld. „Am Ende lagen wir über einer Million Euro“, sagt der Pfarrer. 400.000 Euro seien aus kirchlichen Mitteln finanziert worden. Staatliche und kommunale Zuschüsse kamen dazu. Einen Teil der kirchlichen Gelder habe die Diözese aus Kirchensteuermitteln bezuschusst. „Die Pfarrei war alles in allem mit gut 300.000 Euro beansprucht.“

Nicht nur junge Familien nutzen die Angebote der Pfarrei. Auch Senioren und Pflegebedürftigen in Tirschenreuth würde etwas fehlen, gäbe es den Elisabethenverein nicht. „Wir betreiben in der Pfarrei auch einen ambulanten Krankenpflegedienst“, berichtet Pfarrer Flierl nicht ohne Stolz. Elisabethenverein nennt sich dieser ambulante Pflegedienst. Dessen Träger ist ebenfalls die katholische Kirchenstiftung. „Ohne die fachliche Kompetenz und die richtige Herzenshaltung von Pflegedienstleitung und Kirchenverwaltung wäre das nicht zu machen“, sagt der Pfarrer und weiß dabei genau, wie viel ehrenamtlicher Einsatz - etwa auf Seiten der Kirchenverwaltung - darin steckt.

Beispielzahlen: Gerundete Kosten (2017):

 

Personal*122.889,00 € 
Seelsorge, Kerzen, ...23.903,00 €
Betriebskosten (wie z.B. Strom, Heizung,
Umbaumaßnahmen)
51.666,00 €
Verwaltung15.247,00 €

 

*Die Gehälter der Seelsorger werden direkt
von der Diözese getragen. 

Pfarrer Flierl steht vor dem Krankenbett und segnet eine alte Frau, die auf dem Bett sitzt.

Auch von den Räumlichkeiten der Pfarrei profitieren nicht nur kirchliche Gruppen. Natürlich stehe das Pfarrzentrum zunächst kirchlichen Gruppierungen zur Verfügung, betonte Flierl. Etwa Kolping, der KAB, dem Frauenbund, der katholischen Landvolkbewegung und verschiedenen geistlichen Gemeinschaften. Ein besonderes Anliegen sind dem Pfarrer die Jugendgruppen, die sich hier treffen. Aber auch von anderen Veranstaltern würden die Räume des Pfarrzentrums genutzt. Regelmäßig sei die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder eine Selbsthilfegruppe Behinderte-Nichtbehinderte in den Räumlichkeiten. Auch Veranstaltungen der Suchtberatung fänden dort statt. Für Vorträge, Theater- oder Filmaufführungen stünden die Räume des Pfarrzentrums ebenfalls zur Verfügung.

Pfarrer Flierl steht im vor den Kindergartenkinder und haltet eine Mappe in der Hand.

„Die wichtigste Quelle unserer Mittel ist die Kirchensteuer“

Zu finanzieren seien all die Dinge, die eine Pfarrei schultern müsse, vor allem durch die Kirchensteuer, erklärt Pfarrer Flierl. Zwar hätten Pfarreien nicht nur ein finanzielles Standbein. Neben Spenden und Kollekten stünden gegebenenfalls auch Miet- oder Pachteinnahmen zur Verfügung. „Aber die wichtigste Quelle unserer Mittel ist die Kirchensteuer.“ 

Flierl verdeutlicht dies am Beispiel seiner Pfarrei: 2017 habe man 162.750 Euro als sogenannte Schlüsselzuweisung durch das Bistum erhalten. Diese Schlüsselzuweisung werde nach einem festgelegten System für jede Pfarrei errechnet. Mit dem Grundstockvermögen stelle die Diözese den Pfarreien jedes Jahr eine weitere Summe zur Verfügung. „Bei uns waren das im Jahr 2017 insgesamt 215.200 Euro.“ Auch die Zinseinnahmen aus dem angelegten Grundstockvermögen würden den Pfarreien sofort zur Verfügung gestellt. Für die Pfarrei in Tirschenreuth beliefen sich diese Zinseinnahmen im Jahr 2017 auf rund 51.000 Euro.

Beispielzahlen: Gerundeten Einnahmen (2017):

 

Schlüsselzuweisung Bistum
(entspricht
 etwa dem Kirchensteueranteil) 

  162.750,00 €
Zinserträge51.100,00 €

Einnahmen aus Sammlungen, Pacht und anderem

86.000,00 €

 

*Der ausführliche Haushalt der Pfarrei kann von allen Pfarreimitgliedern vor seiner Verabschiedung im Pfarrbüro eingesehen werden. 

Die Diözese investiert in ihre Pfarreien

Ein Großteil der Schlüsselzuweisung sei mit den Personalkosten der Pfarrei allerdings schnell wieder verplant, sagt Flierl. Organist, Messner, Kräfte für das Pfarrbüro oder Hausmeister: Sie alle müssen bezahlt werden. „Für das, was den laufenden Betrieb einer Pfarrei ausmacht, würden uns ohne die Kirchensteuer etwa zwei Drittel fehlen“, überschlägt Flierl.

Neben den regelmäßigen Zuweisungen erhalten die Pfarreien von der Diözese Investitionszuschüsse für Baumaßnahmen. Das betrifft insbesondere die pfarrlich genutzten Gebäude einer Pfarrei. „Je nach Gebäudeart beträgt der Zuschuss seit 01.01.2018 zwischen 16 Prozent bei Kindertageseinrichtungen und 50 Prozent bei Kirchen und Pfarrheimen, beziehungsweise 55 Prozent bei Pfarrhäusern“, erläutert der stellvertretende Finanzdirektor des Bistums Regensburg, Wolfgang Bräutigam.

die Sonne schein hinter der Kirche in Tirschenreuth auch und strahl die Blumen im Vordergrund an

Ein Akt gesellschaftlicher Solidarität

Indirekte Zuschüsse erhielten die Pfarreien, indem die Diözese die Arbeitgeberbeiträge für die Zusatzversorgung und Beihilfe für die Angestellten der Kirchenstiftungen übernähme, fügt Bräutigam hinzu. „Zudem sind viele Bereiche der Pfarreien über die von der Diözese abgeschlossenen Sammelversicherungen mitversichert. Unabhängig davon ist das in den Pfarreien eingesetzte pastorale Personal wie Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten bei der Diözese angestellt, beziehungsweise wird von der Diözese gestellt. Die Personalkosten hierfür trägt die Diözese“, erklärt Bräutigam.

Pfarrer Flierl findet: „Die Kirchensteuer ist ein Akt kirchlicher, aber auch gesellschaftlicher Solidarität.“ Wer Kirchensteuer zahle, leiste einen wichtigen Beitrag, dass wir als Pfarrei Kinder, Familien, Alte und Kranke begleiten und unsere Einrichtungen aufrechterhalten können. „Das sind alles Mosaiksteinchen, die vielleicht nach außen gar nicht groß auffallen, aber dazu beitragen, den Grundwasserspiegel der Menschlichkeit ein bisschen anzuheben.“  Sprach‘s und machte sich auf zum nächsten Termin. Diesmal geht es nicht um Finanzen, sondern um ein Taufgespräch. Danach steht ein Krankenbesuch an. Gut möglich, dass noch ein paar Gespräche dazu kommen, wenn Flierl in Tirschenreuth unterwegs ist: „Grüß Gott, Herr Pfarrer, ich habe da ein Anliegen. Hätten Sie kurz Zeit?“


Pfarrer Flierl aus Tirschenreuth spendet das Sakrament der Eucharistie in einem Altenheim.

Pfarrer Flierl,

über die Kirchensteuer

Pfarrer Flierl aus Tirschenreuth im Interview.

Pfarrer Flierl,

über die Arbeit im Altenheim

Pfarrer Flierl aus Tirschenreuth im Interview.

Pfarrer Flierl,

über den ambulanten Pflegedienst

Pfarrer Flierl aus Tirschenreuth im Interview.

Pfarrer Flierl,

über die Finanzierung der Pfarrei

Pfarrer Flierl geht auf den Altar der Kirche in Tirschenreuth zu.

Pfarrer Flierl,

seine Pfarrei als Anker und Wegweiser

eine Kindergärtnerinnen stehen in Mitte der Kindergartenkinder und heben beide Armen.
Pfarrer Flierl steht mit geöffneten Armen am Altar und feiert eine Messe.
Pfarrer Flier verteilt Gummibärchen an die Kinder im Kindergarten.
Pfarrer Flierl verteilt kniend Gummibärchen an die Kinder, die sich in einer Reihe aufstellen.
Pfarrer Flierl steht hinter einer gelb/weißer Wand und lacht in die Kamera.
Aufnahme von der Kirche in Tirschenreuth, im Vordergrund befindet sich ein Brunnen.

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