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Susanne Noffke, Abteilungsleiterin für Seelsorge an Schulen und Hochschulen, im Portrait.

"Die Schule ist mehr als nur ein Lernort. Wir versuchen,  diesen Lebensraum mitzugestalten. Wir wollen Ansprechpartner sein in Problemlagen, aber auch in den schönen Situationen des Lebens."

Susanne Noffke, Schulpastoral im Bistum Regensburg

„Hingehen, wo die Menschen sind“

Die Schulpastoral hat ein offenes Ohr für Schüler und Lehrer

„Wir gehen da hin, wo die Menschen ohnehin sind.“ Das ist der Grundsatz von Susanne Noffke, die im Bistum Regensburg für Schulseelsorge zuständig ist. Die studierte Religionspädagogin war lange Religionslehrerin. Vor 20 Jahren hat sie begonnen, die Schulpastoral im Bistum Regensburg aufzubauen. Heute ist sie Abteilungsleiterin in der Hauptabteilung für Schule und Hochschule.

Noffke schult Seelsorger, die an Schulen im ganzen Bistumsgebiet tätig werden sollen. In der Regel handelt es sich um Religionslehrer, die im Kirchendienst stehen. Sie müssen eine oder zwei Schulstunden pro Woche weniger unterrichten und können sich stattdessen pastoralen Aufgaben an ihren Schulen widmen.

„Die Schule ist nicht mehr nur ein Lernort“

Der pastorale Bedarf ist vielfältig. Durch die Ganztagsschule verbringen Schüler wie Lehrer immer mehr Zeit in der Schule. „Die Schule ist nicht mehr nur ein Lernort“, sagt Noffke. „Wir versuchen, diesen Lebensraum mitzugestalten. Wir wollen Ansprechpartner sein in Problemlagen, aber auch in den schönen Situationen des Lebens.“ Früher fand Seelsorge klassischerweise in der Pfarrei statt. Aber gerade da werden Jugendstunden immer schwieriger, weil die Schüler immer länger Unterricht haben.

Nahaufnahme auf verschiedene Flyer zum Thema Schule, Natur und Religionsunterricht.

„Konfession oder Religion spielt keine Rolle“

Also geht die Kirche dorthin, wo die Schüler sind. Noffke will möglichst viele dieser pastoralen Ansprechpartner an Schulen bringen. Momentan arbeiten 83 Lehrerinnen und Lehrer auch als Seelsorger. Die meisten von ihnen sind Lehrer im Kirchendienst, dazu kommen einige Priester und Diakone. Insgesamt können sie 50 Schulen abdecken. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Susanne Noffke. Aber es ist ein Anfang. Die Seelsorger kümmern sich nicht nur um Schülerinnen und Schüler, sondern sind auch für den Lehrkörper und die Eltern da.

Das Angebot unterscheidet dabei nicht nach Konfessionen. „Konfession oder Religion spielt keine Rolle“. Jeder Schüler könne Probleme haben oder Hilfe brauchen – egal, ob gläubig oder ungläubig, egal, ob Jude, Moslem oder Christ. Nur bei dezidiert katholischen Angeboten achten die Seelsorger auf klare Unterscheidung – etwa, wenn Messe gefeiert wird. „Wir achten darauf, dass es nicht zu einer Verwirrung oder Vermischung der Religionen kommt“, so Noffke.

Bistum Regensburg bezahlt mehr als 570.000 Euro für Schulpastoral

Dieses Angebot wird vollständig vom Bistum Regensburg finanziert. „Diese Stunden werden voll von der Kirche bezahlt. Es gibt hier keine Refinanzierung von staatlicher Seite.“ 165 Wochenstunden sind das, insgesamt macht das etwa 550.000 Euro im Jahr aus. Zudem füllt das Bistum Regensburg einen Topf, mit dem Schüler unterstützt werden, die aus finanziellen Gründen nicht an einer Aktion der Klasse teilnehmen können. Auch Materialkosten werden davon bezahlt. Das entspricht weiteren ca. 20.000 Euro jährlich.

Ein Gemälde einer Heiligenfigur, die eine Kirche unter dem Arm trägt und ein Zepter in der anderen Hand hält.

Hilfe bei Trauerfällen an der Schule

Ein weiteres Projekt von Susanne Noffke beschäftigt sich explizit mit Trauerbewältigung. Immer wieder gibt es auch an Schulen Trauerfälle – ein Schüler oder ein Lehrer stirbt. Dafür gibt es das Projekt „Krisenseelsorge im Schulbereich“. Bistumsweit gibt es acht Ansprechpartner: Sie beraten über das Telefon, kommen in die betroffene Schule oder geben Hilfestellungen für die Gestaltung einer Trauerfeier. „Das ist ein sehr sensibler, aber auch sehr wichtiger Bereich“, sagt Susanne Noffke.

Noffke hat eine Zukunftsvision. Sie möchte gerne an jeder Schule einen Ansprechpartner für Schulpastoral haben. Kollegen, an die man sich wenden kann. Mit denen man über Probleme sprechen kann, die über ein normales Gespräch zwischen Kollegen hinausgehen, zu denen die Schüler kommen und  sprechen können. Für die Kirche ist das wichtig – denn in der Schule kann und will sie an der Seite der Menschen stehen.

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