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Ein Mann hat den Hörer am Ohr und blickt verzweifelt zum Fenster hinaus während es regnet.

Hilfe ist nur einen Anruf entfernt

Die Fachstelle TelefonSeelsorge Regensburg

„Jeder braucht mal Hilfe“ und „Wir sind für dich da“ – Worte, die man nicht überall zu hören bekommt. Helfen können diese wenigen Worte aber schon. Probleme und Krisen können jede und jeden von uns in allen Lebensphasen treffen. Egal ob in der Beziehung, der Familie, in der Schule, während der Ausbildung, an der Uni, am Arbeitsplatz oder auch einfach Zuhause in den eigenen vier Wänden. 

Für solche Krisen und auch für erschütternde Ereignisse gibt es die Telefonseelsorge im Bistum Regensburg. Ganz nach dem Motto „Bei Anruf Hilfe!“. Die Fachstelle Telefonseelsorge kümmert sich um alle Belange ihrer Anrufe – vom „Alltagswehwechen“, über Mobbing, Sucht, Streit und Einsamkeit bis hin zu Krankheiten oder spirituellen Fragen. Alleine kommt man in solchen – meist ganz unverhofften - Lebenslagen oft an seine Grenzen, doch bei deren Überwindungen kann geholfen werden.

Josef Stautner ist seit dreieinhalb Jahren Leiter der Regensburger Fachstelle Telefonseelsorge. Eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft getragen von der katholischen und evangelischen Kirche. Vom Grundberuf her ist er Pastoralreferent und hat vor ungefähr 30 Jahren am Ende seines Studiums selbst die Ausbildung bei der Telefonseelsorge gemacht, um am Hörer für Andere da zu sein. 

Nahaufnahme auf einen Mann, der telefoniert.

Die Telefonseelsorge ist ein niedrigschwelliges Angebot. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre fast hürdenlose Kontaktaufnahmemöglichkeit aus: 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, kostenfrei und anonym. Die Nummer der Fachstelle erscheint nicht auf der Telefonrechnung, damit Ängste, Sorgen, Hoffnungen, Nöte, Freuden und Unsicherheiten ohne Bedenken in einem sicheren Rahmen hervorgebracht werden können. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder, die ganz klar ein sehr breitgefächertes Themenspektrum aufweist. 

Die Anrufe werden von professionell ausgebildeten Ehrenamtlichen entgegengenommen. Diese klären für sich zunächst ab welches Anliegen hinter dem Anruf steckt. Ruft jemand an, weil er bzw. sie  in einer Notlage ist, einfach mal eine Aussprache braucht, um sich etwas von der Seele zu reden, oder weil er bzw. sie irgendeine Situation klären möchte. „Manche rufen an, um einfach zu schimpfen“, erzählt Josef Stautner und erklärt weiter: „Es gibt aber auch sehr viele Anrufer, die wiederholt anrufen. Oft sind diese psychisch angeschlagen. Die Telefonseelsorge ist für sie definitiv Stütze und Halt, oder auch Überbrückungsfunktion bis wieder ein Therapieplatz zur Verfügung steht oder die nächste Beratungsstunde ansteht“. 

Die Ausbildung der Ehrenamtlichen ist zentral

Die Fachstelle TelefonSeelsorge in Regensburg hat nur zwei hauptamtliche Mitarbeiter – es handelt sich hierbei um eine feste Stelle und eine 75-Prozent-Stelle. Sie kümmern sich überwiegend um die Organisation. Umso mehr ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es: Über 100 Menschen sorgen in einem ausgeklügelten Schichtsystem dafür, dass immer jemand den Hörer abnimmt. Die Personalkosten von 124.022,31 Euro (2017) und die Sachkosten in Höhe von 80.144,58 Euro (2017) erscheinen da auf den ersten Blick unproportional. Doch ein Großteil davon deckt die Ausbildungskosten, die für die Ehrenamtlichen aufgebracht werden müssen. Diese Ausbildung ist das Handwerkszeug der Fachstelle. Ohne sie geht nichts.

Ein Smartphone, bei dem gerade die Nummer der Telefonseelsorge gewählt wird.

Die Basis ist eine intensive und fundierte Schulung

Das Ausbildungsteam besteht aus einer Psychologin, die die Ausbildung leitet, einer Mentorin – einer bereits erfahrenen Mitarbeiterin der Telefonseelsorge – und Herrn Stautner als Leiter der Fachstelle. Die Ausbildung beginnt immer im November und setzt sich aus insgesamt 26 Abenden á 3 Stunden und einem Abschlusswochenende im Juni zusammen. In dieser intensiven Zeit werden die Auszubildenden in drei Bereichen geschult. Dazu gehören einerseits die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und die Möglichkeit sich selbst besser oder einmal anders kennenzulernen. Andererseits aber auch konkrete Informationen, beispielsweise zur Gesprächsführung. Hier werden die Anwärterinnen und Anwärter der Telefonseelsorge für unterschiedliche Gesprächssituationen geschult. Zuletzt werden einzelne Themen – wie zum Beispiel  bestimmte Krankheitsbilder – durchgesprochen und konzentriertes Wissen dazu vermittelt. Trotz alle dem ist die Telefonseelsorge kein Medium der Therapie: „Wir erheben nicht den Anspruch therapeutisch tätig zu sein, aber ein Grundwissen zu haben, wie man mit verschiedenen Situationen – wie zum Beispiel Traumata – umzugehen hat, gehört eben dazu. Die Ausbildung ist sehr kompakt, sehr fordernd. Das Vertrauen in der Gruppe ist auch die Basis für die spätere Arbeit“, so Josef Stautner. 

Jeder Anruf ist anders. Typische Situationen gibt es bei der Telefonseelsorge nicht wirklich, sie sind so individuell wie die Menschen selbst. Genau deshalb ist eine so gute Ausbildung, wie sie das Team der Regensburger Fachstelle anbietet wichtig und erforderlich.

Die Fachstelle kann Anker und Stütze sein – auch für Sie: www.telefonseelsorge.de

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