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Einige Priester sitzen nebeneinander auf der Kirchenbank während einer Messe.

Ein sicherer Ruhestand

Die Emeritenanstalt finanziert die Pensionen der Kleriker

Prälat Josef Grabmeier ist 91 Jahre. Für sein Alter geht es ihm noch recht gut, bis heute ist er ein anregender und wacher Gesprächspartner. Grabmeier hat ein bewegtes Leben hinter sich. Schon als 16-Jähriger wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, musste erst zum Arbeitsdienst, dann zum Militär und Kriegseinsatz am Rhein. Nach dem Ende des Krieges kam er in Gefangenschaft. Eine Zeit, die ihn geprägt hat. „Ich bin in einer tief katholischen Familie aufgewachsen“, sagt er. Zuhause gab es sogar eine kleine Kapelle. Der katholische Glaube war etwas ganz Selbstverständliches für ihn – ein Leben ohne hätte er sich kaum vorstellen können.

Frühe Berufung zum Priester

„Die Gefangenschaft war sicher auch ein geistliches Erlebnis. Da hat man die Armseligkeit des Menschen gesehen“, berichtet Grabmeier. Er wollte schon lange Priester werden, machte nach den entscheidenden Erfahrungen der Kriegsgefangenschaft das Abitur nach und begann das Studium an der Regensburger Philosophisch-Theologischen Hochschule, einem Vorläufer der heutigen Universität.

Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche im Portrait
Prälat Josef Grabmeier im Portrait

Erfolg als Seelsorger

1952 wurde Josef Grabmeier von Erzbischof Michael Buchberger zum Priester geweiht. Es folgten Stationen in Cham, dann in Selb und Mietraching bei Deggendorf. Es hat ihm gefallen, in den Pfarreien als Seelsorger zu arbeiten. „Ich konnte dort so manches aufbauen“, sagt er. Er gründete die Gruppe der Katholischen Arbeiterbewegung und des Frauenbundes, besuchte Familien zu Hause und warb für die Kirche. Danach kam er zur Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg, viel Verwaltungsarbeit wartete auf ihn: „Das liegt mir nicht“, meint Josef Grabmeier. Also kam er wieder in die Seelsorge, dieses Mal nach Klardorf bei Schwandorf.

Grabmeiers Ruhestand wird durch die Emeritenanstalt finanziert

Schließlich kehrte Grabmeier wieder zurück nach Regensburg, arbeitete im bischöflichen Ordinariat und wurde Domkapitular. An den Wochenenden zog es ihn in verschiedene Pfarreien, dort half er in der Seelsorge aus. Sein Herz schlägt, wie das vieler Priester, für die Seelsorge, für den Kontakt mit Menschen. Für ein Jahr war Grabmeier dann noch in der Militärseelsorge für Bogen und Feldkirchen tätig. Nun ist Grabmeier im Ruhestand – und die katholische Kirche kümmert sich um seine Pension. Dafür gibt es eine eigene Einrichtung: Die Emeritenanstalt.

Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche in der Kirche

Die Emeritenanstalt: Versorgungseinrichtung der Diözese Regensburg

Die Emeritenanstalt könnte als Versorgungseinrichtung der Diözese Regensburg bezeichnet werden. Der „Codex Iuris Canonici“, das kirchliche Gesetzbuch, bestimmt in Canon 281 § 2, dass für die Kleriker eine angemessene Altersvorsorge zu treffen ist. Canon 1274 § 1 bestimmt, dass es in jeder Diözese eine Einrichtung geben muss, die für den Unterhalt der Kleriker aufkommen kann. Diese Vorschriften gelten für die gesamte römisch-katholische Kirche. In Regensburg übernimmt die Emeritenanstalt diese Aufgaben als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Die Priester sind Mitglieder

1846 wurde die Emeritenanstalt gegründet, ihren Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts erhielt sie 1923. Durch diese Anstalt wird eine angemessene Pension der Priester und Diakone ermöglicht. Mitglieder der Emeritenanstalt sind der Bischof von Regensburg und seine Weihbischöfe, dazu alle Priester der Diözese und die Priesteramtskandidaten ab ihrer Diakonenweihe. Sie alle müssen Mitglieder der Anstalt sein, Ausnahmen gibt es nur, wenn bereits eine andere, gleichwertige Altersversorgung besteht.

Bischöflicher Finanzdirektor Alois Sattler im Gespräch mit Domprobst Dr. Franz Frühmorgen
Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Emeritenanstalt bei einer Konferenz.

Wirksame Kontrolle der Emeritenanstalt

In der Regel werden Priester im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand versetzt. Ab dann beziehen sie Leistungen aus der Emeritenanstalt. Ende 2017 bezogen insgesamt 245 Mitglieder eine Altersversorgung.  Verwaltet wird die Anstalt von der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg. Der Direktor der Finanzkammer vertritt dabei die Emeritenanstalt nach innen und außen. Zur Kontrolle gibt es einen Verwaltungsausschuss. Mitglieder dieses Ausschusses sind der Direktor der Finanzkammer, der Dompropst sowie der Personalreferent für Priester im Ordinariat. Dazu kommen zwei Priester, die vom Priesterrat entsendet werden und der Vorsitzende des Klerusvereins. Die Mitglieder anerkennen den Jahresabschluss, der dann wiederum von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfung unter die Lupe genommen wird.

Finanzierung der Emeritenanstalt

Die Finanzierung der Emeritenanstalt speist sich aus unterschiedlichen Quellen: Dazu gehören Erträge aus eigenen Rücklagen, Einnahmen aus Staatsleistungen und Zuschüsse der Diözese Regensburg, die aus Kirchensteuermitteln bereitgestellt werden können. 25 Grundstücke gehören der Emeritenanstalt. Zwei von ihnen sind bebaut. Der Rest sind landwirtschaftliche Grundstücke oder Waldgrundstücke, die anfallende Pacht fließt in die Emeritenanstalt. Die Zuschüsse der Diözese Regensburg werden in den kommenden Jahren wohl höher werden – das wird insbesondere durch die momentane Zinssituation an den Kapitalmärkten notwendig.

Auf 65 Jahre priesterlichen Dienst kann Grabmeier zurückblicken: Verdiente Priester wie er profitieren von der Emeritenanstalt. So können sie ihren Ruhestand gut und sicher finanziert genießen. So ganz ruhig ist Prälat Grabmeier aber noch nicht geworden. Noch immer sitzt er einmal im Monat für zwei Stunden im Beichtstuhl der Regensburger Karmelitenkirche. Er kann die Seelsorge nicht lassen.

Geweihte Geistliche in der Kirche

Prälat Josef Grabmeier im Interview.

Prälat Josef Grabmeier,

über seinen Glaubens- und Lebensweg

Priester während der Messfeier.
Weihejubilare in der Kirche
Der Direktor der Finanzkammer Alois Sattler im Portrait.
Eine Frau, Mitglied des Verwaltungsausschusses, im Portrait.
Priester in der Kirche im Portrait.
Ein Mitglied des Verwaltungsausschusses im Portrait.
Domprobst Dr. Franz Frühmorgen im Gespräch mit dem Bischöflichen Finanzdirektor Alois Sattler.
Priesterjubilare in der Kirche

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