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Einige Priester sitzen nebeneinander auf der Kirchenbank während einer Messe.

Ein sicherer Ruhestand

Die Emeritenanstalt finanziert die Pensionen der Kleriker

Prälat Josef Grabmeier ist 93 Jahre. Für sein Alter geht es ihm noch recht gut, bis heute ist er ein anregender und wacher Gesprächspartner. Grabmeier hat ein bewegtes Leben hinter sich. Schon als 16-Jähriger wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, musste erst zum Arbeitsdienst, dann zum Militär und Kriegseinsatz am Rhein. Nach dem Ende des Krieges kam er in Gefangenschaft. Eine Zeit, die ihn geprägt hat. „Ich bin in einer tief katholischen Familie aufgewachsen“, sagt er. Zuhause gab es sogar eine kleine Kapelle. Der katholische Glaube war etwas ganz Selbstverständliches für ihn – ein Leben ohne hätte er sich kaum vorstellen können.

Frühe Berufung zum Priester

„Die Gefangenschaft war sicher auch ein geistliches Erlebnis. Da hat man die Armseligkeit des Menschen gesehen“, berichtet Grabmeier. Er wollte schon lange Priester werden, machte nach den entscheidenden Erfahrungen der Kriegsgefangenschaft das Abitur nach und begann das Studium an der Regensburger Philosophisch-Theologischen Hochschule, einem Vorläufer der heutigen Universität.

Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche im Portrait
Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche im Portrait
Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche im Portrait
Prälat Josef Grabmeier im Portrait
Prälat Josef Grabmeier im Portrait
Prälat Josef Grabmeier im Portrait

Erfolg als Seelsorger

1952 wurde Josef Grabmeier von Erzbischof Michael Buchberger zum Priester geweiht. Es folgten Stationen in Cham, dann in Selb und Mietraching bei Deggendorf. Es hat ihm gefallen, in den Pfarreien als Seelsorger zu arbeiten. „Ich konnte dort so manches aufbauen“, sagt er. Er gründete die Gruppe der Katholischen Arbeiterbewegung und des Frauenbundes, besuchte Familien zu Hause und warb für die Kirche. Danach kam er zur Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg, viel Verwaltungsarbeit wartete auf ihn: „Das liegt mir nicht“, meint Josef Grabmeier. Also kam er wieder in die Seelsorge, dieses Mal nach Klardorf bei Schwandorf.

Grabmeiers Ruhestand wird durch die Emeritenanstalt finanziert

Schließlich kehrte Grabmeier wieder zurück nach Regensburg, arbeitete im bischöflichen Ordinariat und wurde Domkapitular. An den Wochenenden zog es ihn in verschiedene Pfarreien, dort half er in der Seelsorge aus. Sein Herz schlägt, wie das vieler Priester, für die Seelsorge, für den Kontakt mit Menschen. Für ein Jahr war Grabmeier dann noch in der Militärseelsorge für Bogen und Feldkirchen tätig. Nun ist Grabmeier im Ruhestand – und die katholische Kirche kümmert sich um seine Pension. Dafür gibt es eine eigene Einrichtung: Die Emeritenanstalt.

Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche in der Kirche
Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche in der Kirche
Bischof Rudolf Voderholzer und andere geweihte Geistliche in der Kirche

Die Emeritenanstalt: Versorgungseinrichtung der Diözese Regensburg

Die Emeritenanstalt könnte als Versorgungseinrichtung der Diözese Regensburg bezeichnet werden. Der „Codex Iuris Canonici“, das kirchliche Gesetzbuch, bestimmt in Canon 281 § 2, dass für die Kleriker eine angemessene Altersvorsorge zu treffen ist. Canon 1274 § 1 bestimmt, dass es in jeder Diözese eine Einrichtung geben muss, die für den Unterhalt der Kleriker aufkommen kann. Diese Vorschriften gelten für die gesamte römisch-katholische Kirche. In Regensburg übernimmt die Emeritenanstalt diese Aufgaben als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Die Priester sind Mitglieder

1846 wurde die Emeritenanstalt gegründet, ihren Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts erhielt sie 1923. Durch diese Anstalt wird eine angemessene Pension der Priester und Diakone ermöglicht. Mitglieder der Emeritenanstalt sind der Bischof von Regensburg und seine Weihbischöfe, dazu alle Priester der Diözese und die Priesteramtskandidaten ab ihrer Diakonenweihe. Sie alle müssen Mitglieder der Anstalt sein, Ausnahmen gibt es nur, wenn bereits eine andere, gleichwertige Altersversorgung besteht.

Bischöflicher Finanzdirektor Alois Sattler im Gespräch mit Domprobst Dr. Franz Frühmorgen
Bischöflicher Finanzdirektor Alois Sattler im Gespräch mit Domprobst Dr. Franz Frühmorgen
Bischöflicher Finanzdirektor Alois Sattler im Gespräch mit Domprobst Dr. Franz Frühmorgen
Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Emeritenanstalt bei einer Konferenz.

Wirksame Kontrolle der Emeritenanstalt

In der Regel werden Priester im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand versetzt. Ab dann beziehen sie Leistungen aus der Emeritenanstalt. Ende 2017 bezogen insgesamt 245 Mitglieder eine Altersversorgung.  Verwaltet wird die Anstalt von der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg. Der Direktor der Finanzkammer vertritt dabei die Emeritenanstalt nach innen und außen. Zur Kontrolle gibt es einen Verwaltungsausschuss. Mitglieder dieses Ausschusses sind der Direktor der Finanzkammer, der Dompropst sowie der Personalreferent für Priester im Ordinariat. Dazu kommen zwei Priester, die vom Priesterrat entsendet werden und der Vorsitzende des Klerusvereins. Die Mitglieder anerkennen den Jahresabschluss, der dann wiederum von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfung unter die Lupe genommen wird.

Finanzierung der Emeritenanstalt

Die Finanzierung der Emeritenanstalt speist sich aus unterschiedlichen Quellen: Dazu gehören Erträge aus eigenen Rücklagen, Einnahmen aus Staatsleistungen und Zuschüsse der Diözese Regensburg, die aus Kirchensteuermitteln bereitgestellt werden können. 25 Grundstücke gehören der Emeritenanstalt. Zwei von ihnen sind bebaut. Der Rest sind landwirtschaftliche Grundstücke oder Waldgrundstücke, die anfallende Pacht fließt in die Emeritenanstalt. Die Zuschüsse der Diözese Regensburg werden in den kommenden Jahren wohl höher werden – das wird insbesondere durch die momentane Zinssituation an den Kapitalmärkten notwendig.

Auf 65 Jahre priesterlichen Dienst kann Grabmeier zurückblicken: Verdiente Priester wie er profitieren von der Emeritenanstalt. So können sie ihren Ruhestand gut und sicher finanziert genießen. So ganz ruhig ist Prälat Grabmeier aber noch nicht geworden. Noch immer sitzt er einmal im Monat für zwei Stunden im Beichtstuhl der Regensburger Karmelitenkirche. Er kann die Seelsorge nicht lassen.

Geweihte Geistliche in der Kirche
Geweihte Geistliche in der Kirche
Geweihte Geistliche in der Kirche

Porträt Pfarrer i. R. Johann Strunz

Pfarrer Johann Strunz
Pfarrer Johann Strunz

Der Raum ist eingerahmt von Regalen, vollbesetzt mit Büchern. Es ist viel Theologisches dabei, aber auch Bücher zu Politik, Kunst und Literatur. Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch, ein freundliches Lächeln. Was sofort auffällt: das Macbook. Es steht scheinbar im Kontrast zu den vielen Büchern. Der Mann, der beides zusammenbringt, ist Pfarrer i. R. Johann Strunz.

 

Ein viel beschäftigter Mann

Der heute 79-Jährige hat sich in vielen Funktionen um das Bistum Regensburg verdient gemacht. Nach seinem Studium in Regensburg und Innsbruck wurde er 1968 zum Priester geweiht. Seine erste Pfarrstelle war in Irlbach, wo er 15 Jahre lang wirkte, ehe er 1996 in die Regensburger Pfarrei St. Konrad wechselte. Die folgenden 17 Jahre war er dort nicht „nur“ Pfarrer, sondern bekleidete wichtige Funktionen in der Diözese: Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der LIGA-Bank, Mitglied in verschiedenen Gremien wie dem Pastoralrat und dem Priesterrat. Schließlich war er auch noch 10 Jahre lang Regionaldekan. Im Ruhestand zog es ihn dann wieder zurück nach Reinhausen, wo er aufgewachsen ist. Und, was nur wenige von sich behaupten können, er war in jüngeren Jahren auch mehrmaliger Skimeister der Diözese, aber dazu später mehr.

 

Wichtig ist der Zusammenhalt

Ganz konnte es Pfarrer Strunz jedoch nicht lassen. Im Priesterrat vertritt er die Interessen der Emeriti. Diese Aufgabe und die eigene Erfahrung haben ihm gezeigt, welchen großen Einschnitt der Ruhestand für einen Pfarrer bedeuten kann: „Du bist halt nicht mehr der Chef, du bist nicht mehr verantwortlich für diese Dinge, sondern du läufst mit nebenher und gefragt wird der Pfarrer, nicht der Pensionist.“ Ein frisch gebackener Pensionär muss seine Zeit neu strukturieren und in einen neuen Tagesablauf hineinfinden. Dabei helfen sich die Emeriti im Raum Regensburg untereinander. Jeden ersten Freitag im Monat treffen sie sich, 86 an der Zahl, bei der Spitalkirche, beten dort die Non und gehen anschließend ins Wirtshaus. Das tut gut, „wenn man Ansprache hat und eine Antwort bekommt, vielleicht auch Kritik oder eine andere Meinung.“ Auch Bischof Rudolf schaut dort ab und an vorbei. „Wir sind froh, dass die Emeriti auch einen Stellenwert in der Diözese haben und nicht – aus dem Auge, aus dem Sinn – vergessen werden.“

 

Der Schreibtisch wird noch gebraucht

Dass Pfarrer Strunz sich im Ruhestand befindet, bedeutet also nicht, dass der Schreibtisch nun nicht mehr benötigt würde. Hier bereitet er nach wie vor die Gottesdienste und Predigten vor, die er in der Pfarreiengemeinschaft Reinhausen/Sallern gerne übernimmt. Außerdem führt er von hier aus seine Korrespondenz und hält sich auf dem Laufenden. Dazu nutzt er in erster Linie seinen Laptop:

„Ich habe Einiges an Vorträgen gespeichert, die mich interessieren und lese Zeitschriften wie die Tagespost und Christ in der Gegenwart online.“ Natürlich, die vielen Bücher in seinem Büro haben es schon lange verraten: Er liest auch gern. Überhaupt interessiert er sich für Kultur. Soweit es geht, besucht er gerne Ausstellungen und Konzerte.

Pfarrer i. R. Johann Strunz

Zurück zum Ursprung

Es zieht ihn auch an die frische Luft. „Ich habe einen kleinen Garten, den mache ich noch, solange ich kann“, erzählt Pfarrer Strunz. Das „Hobbygärtnern“ bereitet ihm immer noch Freude. Ein paar Bäume versorgen ihn mit Obst, an Gemüse baut er „die gängigen Dinge“ an: Tomaten, Salat, Bohnen und Radieschen. „Man könnte sie sich auch kaufen, aber es macht halt so mehr Spaß“, kommentiert Pfarrer Strunz. Auch er selbst ist in Reinhausen verwurzelt. Dort ist er aufgewachsen und nun zu seinem Ursprung zurückgekehrt. Die Pfarrkirche hat für ihn eine emotionale Bedeutung, „wenn ich an die Kindheit zurückdenke, wie ich an der Hand von der Mutter in die Kirche gebracht worden bin.“ Dort hat er seine Erstkommunion und Firmung, sowie seine Primiz gefeiert.

Freie Fahrt

Aber was hat es mit dem Skimeister auf sich? Das Studium in Innsbruck hatte für den jungen Studenten Johann Strunz auch seine Annehmlichkeiten. Der Donnerstag war vorlesungsfrei. Da war, anders als am Wochenende, auf der nahen Skipiste freie Fahrt garantiert.  So lernte er das Skifahren „aus dem FF“. Nach seiner Rückkehr kam ihm das dann zugute. Fast zehn Jahre war er Skimeister in der Diözese. „Ski-Klammer [Anm.: nach dem österreichischen Skirennläufer Franz Klammer] haben sie mich damals genannt. Das war ein großer Spaß.“


Prälat Josef Grabmeier im Interview.

Prälat Josef Grabmeier,

über seinen Glaubens- und Lebensweg

Priester während der Messfeier.
Weihejubilare in der Kirche
Der Direktor der Finanzkammer Alois Sattler im Portrait.
Eine Frau, Mitglied des Verwaltungsausschusses, im Portrait.
Priester in der Kirche im Portrait.
Ein Mitglied des Verwaltungsausschusses im Portrait.
Domprobst Dr. Franz Frühmorgen im Gespräch mit dem Bischöflichen Finanzdirektor Alois Sattler.
Priesterjubilare in der Kirche

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