Häufig gestellte Fragen

Kirchensteuer|von A bis Z

Kirchensteuerzahler

Umgang mit der|Kirchensteuer

Kirchensteuer A-Z

Wie hoch ist die Kirchensteuer?

In Bayern und Baden-Württemberg bezahlen Katholiken acht Prozent ihrer Einkommensteuer als Kirchensteuer. In den anderen Bundesländern beträgt der Kirchensteuersatz neun Prozent. Im Bistum Regensburg kommen so 336.876.862,17 Euro zusammen (2016). Wer keine Einkommenssteuer bezahlt, bezahlt auch keine Kirchensteuer. Im Bistum Regensburg bezahlt deshalb geschätzt jeder dritte Katholik Kirchensteuer. Dabei ist zu beachten, dass die entrichtete Kirchensteuer in voller Höher steuermindernd geltend gemacht werden kann. Für geringfügig Beschäftigte gilt eine Sonderregelung. Für sie werden zwei Prozent ihres Einkommens als Einkommensteuern abgeführt. Darin ist die Kirchensteuer schon enthalten.

Warum gibt es Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer in Deutschland erklärt sich aus der Geschichte. 1803 und in den Folgejahren enteigneten die deutschen Staaten die Kirche: die Fürsten teilten einen großen Teil kirchlichen Eigentums unter sich auf. In Folge konnte die Kirche viele ihrer Dienste für die Menschen nicht mehr finanzieren. Viele kirchliche Schulen zum Beispiel mussten schließen. Um diese unbedachten Konsequenzen der Enteignung rückgängig zu machen, übernahmen die Staaten Versorgungspflichten für die Kirche. In Bayern geschah dies ab dem Jahre 1817, geregelt in einem Konkordatsvertrag.

Dieser Last wollte man sich aber später wieder weitgehend entledigen. Bayern bot der Kirche deshalb im Jahre 1892 an, bei den Katholiken eine Extra-Steuer einzuziehen. Auf diese Weise verschoben Bayern und die anderen deutschen Staaten die mit dem Kircheneigentum übernommene Versorgungslast und schufen die Kirchensteuer. Die Rechtsnachfolger der damaligen Staaten,  die Weimarer Republik oder die Bundesrepublik übernahmen dieses System. Die Kirchensteuer ist seitdem die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kirche. 2016 bezahlten die 23.581.549 deutschen Katholiken 6.15 Mrd. Euro. Kirchensteuer an die 27 katholischen Bistümer. Mit diesem Geld finanziert die Kirche die Seelsorge und ihren Anteil der vielfältigen sozialen Dienste. 

2016 wurden auf evangelischer Seite 5.5 Mrd. EUR Kirchensteuer eingenommen.

Wo ist es geregelt, dass die Kirche Steuern erheben darf?

Die Verfassung der Bundesrepublik bestätigt im Artikel 140 des Grundgesetzes das historisch gewachsene System der Kirchensteuer in Deutschland. Als man nach dem zweiten Weltkrieg das Grundgesetz schuf, wollte man mit den Kirchen einen starken gesellschaftlichen Partner gewinnen. Nach der Erfahrung mit der nationalsozialistischen Diktatur sollte ein Staat der Bürgerinnen und Bürger entstehen, in dem die gesellschaftlichen Gruppen, also auch die katholische Kirche, Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Diese Staatsidee ist der katholischen Soziallehre entnommen und wird dort als Subsidiaritätsprinzip beschrieben. Die Kirchensteuer erhob das Grundgesetz in  Verfassungsrang.

Nach Kirchenrecht sind gem. can. 222 § 1 „die Gläubigen verpflichtet (...), für die Erfordernisse der Kirche Beiträge zu leisten, damit ihr die Mittel zur Verfügung stehen, die für den Gottesdienst, die Werke des Apostolats und der Caritas sowie für einen angemessenen Unterhalt der in ihrem Dienst Stehenden notwendig sind".

Gem. can.1262 sollen "die Gläubigen der Kirche durch erbetene Unterstützung Hilfe gewähren, und zwar gemäß den von der Bischofskonferenz erlassenen Normen".

Diese Form der Unterstützung erfolgt in Deutschland im Rahmen des Kirchensteuereinzugs auf der Grundlage der Einkommensteuer. 

Warum gibt es eine Kirchensteuer und nicht einfach einen Mitgliedsbeitrag?

Steuern sind allgemeine Abgaben, die man ohne besondere Zustimmung leisten muss. Man bezahlt damit keine konkrete Gegenleistung wie mit einem Honorar oder einer Gebühr. Man begründet damit auch keine Mitgliedschaft wie mit seinem Beitrag für das Fitnessstudio oder den Fußballverein. Man unterstützt damit auch nicht einfach nur etwas Gutes, wie etwa mit seiner Spende für die Caritas und andere Hilfsorganisationen.

Steuern sind dazu da, die Existenz und Wirkfähigkeit einer Organisation sicherzustellen, deren Dasein für die Steuerzahler unbedingt notwendig ist. Ein Staat ist für seine Bürger unbedingt notwendig, weil nur er Freiheit, Recht und Frieden begründen kann. Für die Gläubigen ist die Kirche unbedingt notwendig, weil nur sie die Offenbarung Gottes in Christus ungeschmälert durch die Zeit trägt und damit den Menschen verkünden kann.

Diese historisch gewachsene Kirchensteuerregelung in Deutschland entspricht den Vorgaben des internationalen Kirchenrechts. 

Nach Kirchenrecht sind gemäß can. 222 § 1 "die Gläubigen verpflichtet (...), für die Erfordernisse der Kirche Beiträge zu leisten, damit ihr die Mittel zur Verfügung stehen, die für den Gottesdienst, die Werke des Apostolats und der Caritas sowie für einen angemessenen Unterhalt der in ihrem Dienst Stehenden notwendig sind".

Gemäß can. 1262 sollen "die Gläubigen der Kirche durch erbetene Unterstützung Hilfe gewähren, und zwar gemäß den von der Bischofskonferenz erlassenen Normen".

Warum zieht der Staat die Kirchensteuer ein?

Dass der deutsche Staat die Steuern der Kirche einzieht, ist im Artikel 137 Absatz 6 der Weimarer Verfassung von 1919 vereinbart. Im Bayerischen Konkordat von 1924 wurde das Recht auf Erhebung von Kirchensteuer auf der Grundlage bürgerlicher Steuerlisten in Paragraph 5 geregelt. Die Bundesrepublik übernahm diese Regelung als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches. Diese Regelung entspricht der historischen Entwicklung des Staat-Kirche-Verhältnisses in Deutschland. Zwei Motive bewegen die staatlichen Entscheidungsträger in der historischen Kontinuität zu handeln:

  1. Mit dem Kirchensteuersystem in Deutschland stellt der Staat sicher, einen handlungsfähigen und soliden Partner an der Seite zu haben. Die Kirche ist für ihn eine verlässliche Institution, mit deren Hilfe er die Vielfalt öffentlicher und sozialer Dienste bürgernah, menschengerecht, wirtschaftlich und in hoher Qualität zur Verfügung stellen kann.
  2. Die Kirche bezahlt für den Steuereinzug. Das Inkasso ist für den Staat kein unentgeltliches Entgegenkommen.  

Leistet der Staat den Einzug der Kirchensteuern unentgeltlich?

Die Kirche bezahlt für den Einzug der Kirchenlohnsteuer. Die Gebühr berechnet sich anteilig zur Summe der erhobenen Kirchenlohnsteuern. Das Bistum Regensburg wendet 2 Prozent der Kirchenlohnsteuereinnahmen für das Finanzamtsinkasso auf. In anderen Bundesländern liegt die Quote in der Regel doppelt so hoch. Der Grund: In Bayern unterhält die Kirche eigene Kirchensteuerämter, die die Verwaltung der Kircheneinkommenssteuer so wie die Kirchensteuerrückzahlung übernehmen. Für den Einzug der Kirchenlohnsteuer im Jahre 2016 bezahlte das Bistum Regensburg 4.062.199,43 Euro.

Warum ist der Kirchensteuersatz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland unterschiedlich hoch?

Deutsche Katholikinnen und Katholiken bezahlen in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent ihrer Einkommensteuer als Kirchensteuer. In allen anderen Bundesländern beträgt der Steuersatz 9 Prozent. Der Grund: die Kirchensteuerregelung wurde in den Jahren der Weimarer Republik in der heutigen Form vereinbart. Die jeweiligen Kirchensteuergesetze unterlagen dem Länderrecht. Vertragspartner waren der Vatikan und die Teilstaaten des deutschen Reiches, also etwa Preußen, Bayern, Baden und andere. Diese Verträge nennt man Konkordate. In ihnen ist auch der Kirchensteuersatz geregelt. Das preußische Konkordat von 1929 bestimmte den 9-prozentigen Hebesatz, das badische von 1932 und das bayerische von 1924 den 8-prozentigen. Diese Differenzierungen haben sich bis heute erhalten.

Was ist die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer?

Bemessungsgrundlage ist die Einkommensteuer. Damit richtet sich die Kirchensteuer nach den Einkommensverhältnissen des Steuerpflichtigen. Die Belastung soll so gerecht wie möglich gestaltet werden und sich an der Leistungsfähigkeit des Einzelnen orientieren.  Wer wenig verdient oder wirtschaftlich stark belastet ist, wie zum Beispiel Familien mit vielen Kindern, der zahlt keine oder nur sehr geringe Kirchensteuer.  

Kann man die Kirchensteuer steuerlich absetzen?

Die Kirchensteuer ist in voller Höhe absetzbar und zwar als Sonderausgabe. Im Mantelbogen der Steuererklärung kann man die entsprechende Summe geltend machen. Der Staat behandelt die Kirchensteuer in dieser Hinsicht ähnlich wie Spenden für das Bayerische Rote Kreuz, den Weißen Ring oder andere gemeinnützige Organisationen.

Ist auch auf Zinserträge Kirchensteuer zu zahlen?

Zinserträge sind Einkommen und unterliegen deshalb auch der Einkommensbesteuerung. Die Einkommensteuer aber ist die Grundlage für die Berechnung der Kirchensteuer. Damit zahlt man auch auf Zinserträge Kirchensteuer. Da die Banken den Steueranteil der Zinserträge direkt an das Finanzamt abführen, leiten sie auch den Kirchensteueranteil weiter, wenn die Kirchenzugehörigkeit des Kunden bekannt ist. Anderenfalls erfolgt die Festsetzung im Rahmen der Einkommenssteuerveranlagung über das Finanzamt.

Warum zahlt die Kirche zu viel gezahlte Steuern zurück?

Hat jemand in einem Jahr zu viel Steuern gezahlt, erhält er eine Einkommensteuerrückzahlung und ebenso den anteiligen Kirchensteuerbetrag zurück.

Kirchensteuerzahler

Wer muss Kirchensteuer zahlen?

Grundsätzlich kirchensteuerpflichtig sind alle getauften Katholiken. Ob und wie viel Kirchensteuer tatsächlich zu zahlen ist, hängt von der Wirtschaftskraft des einzelnen Katholiken ab. Die Kirchensteuer bemisst sich nach der Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer.

Wird man durch die Kirchensteuer Mitglied der Kirche?

Mitglied der Kirche wird man durch die Taufe.

Kann man über die Höhe der Kirchensteuer verhandeln?

Verhandeln kann man nicht. Die Kirchensteuer richtet sich generell als so genannte "Folgesteuer" nach der entsprechenden Behandlung der der Kirchensteuer zugrundeliegenden einkommensteuerlichen Bemessungsgrundlage. Der Arbeitgeber ist für die Berechnung und Abführung der richtigen Kirchenlohnsteuer zuständig und verantwortlich.

Warum zahlt nur geschätzt jeder Dritte Katholik Kirchensteuer?

Wer keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlt, ist grundsätzlich auch kein Kirchensteuerzahler. Das gilt für Geringverdiener, meistens auch für Rentner, Arbeitslose, Kinder, Schüler und Studenten sowie einige Ordensleute.

Warum zahlen manche Rentner Kirchensteuer?

Das Alterseinkünftegesetz vom 1.Januar 2005 regelt die Besteuerung von Renten. In 2016 werden 72 Prozent einer Rente als zu versteuerndes Alterseinkommen angesetzt. Ab 2040 wird die komplette Rente versteuert. Da die Kirchensteuer an die Einkommenssteuer gekoppelt ist, zahlt auch eine größere Anzahl von Rentnern in Zukunft Kirchensteuer.

Sind Mitarbeiter der Kirche von der Kirchensteuer befreit?

Nein. Mitarbeiter der Kirche zahlen entsprechend ihres Einkommens Kirchensteuer.

Zahlt ein Bischof Kirchensteuer?

Ja. Auch Bischöfe sind kirchensteuerpflichtig.

Zahlen Unternehmen Kirchensteuer?

Unternehmen zahlen keine Kirchensteuer, da es sich bei der Kirchensteuer um eine reine Personensteuer handelt.

Was bietet die Kirche jemandem an, der beabsichtigt, aus der Kirche auszutreten?

Menschen, die die Kirche mit ihrer Kirchensteuer nicht mehr mittragen wollen, lassen sich von sehr unterschiedlichen Motiven leiten. Im Bistum Regensburg bietet die Kirche allen Christen an, über diese Motive, Ärger oder Glaubenszweifel zu sprechen. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Mail. Wir suchen gerne für Sie einen geeigneten Gesprächspartner.  Dieses Angebot gilt auch dann, wenn Sie bereits aus der Kirche ausgetreten sind und trotzdem ein Anliegen haben, das Sie mit einem Priester oder Gläubigen besprechen wollen. Die Türen der Kirche sind immer und für alle offen.

Kann man Leistungen der Kirche in Anspruch nehmen, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist?

Auch Ausgetretene können Leistungen katholischer Institutionen nutzen. So ist es möglich, Kinder in Kindergärten und Schulen katholischer Trägerschaft zu schicken, auch wenn es die Kirche bedauert, dass die Eltern oder ein Elternteil sich von ihr distanziert haben. Ausgetretene können auch Beratungsangebote, etwa bei der Caritas, in Anspruch nehmen. Ebenso sind sie herzlich eingeladen, die Sonntagsmesse oder andere Gottesdienste zu besuchen.

Wer aus der Kirche ausgetreten ist, darf allerdings keine Sakramente mehr empfangen. Man bleibt Glied der Kirche, kann aber nicht mehr alle Rechte in Anspruch nehmen. Das Wiedereintrittssakrament ist übrigens das Sakrament der Versöhnung.

Kann man kirchlich heiraten, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist?

Einer der beiden (künftigen) Ehepartner muss Mitglied der Kirche sein. Das Sakrament der Taufe bleibt bei einer Person, die aus der Kirche ausgetreten ist, unabhängig von dieser Tatsache bestehen.

Ist man exkommuniziert, wenn man ausgetreten ist?

Die Austrittsentscheidung schränkt die Rechte eines Katholiken ein und man schließt sich vom Sakramentenempfang aus. Man gehört aber weiterhin zur Kirche als Gemeinschaft der Getauften.

Warum müssen alle Steuerzahler (z.B. auch Atheisten, Buddhisten, Islamgläubige) für die Kirche zahlen?

Fall 1: Die Kirche erhält allgemeine Steuermittel vom Staat, weil sie als freier Träger subsidiär einen Auftrag des Staates erfüllt. So ein Auftrag kann zum Beispiel die Trägerschaft eines Kindergartens oder einer Schule sein. Der Staat vergibt solche Aufträge an Institutionen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen, also auch an die katholische Kirche, damit Eltern möglichst frei entscheiden können, in welchem Geist ihre Kinder erzogen werden sollen. Die Eltern-Entscheidung für eine katholische Erziehung kann nur von einer Institution umgesetzt werden, die nach den Maßstäben der katholischen Kirche geführt wird.

Fall 2: Die Kirche erhält allgemeine Steuermittel, weil der Staat auf diese Weise vertragliche Verpflichtungen gegenüber der Kirche erfüllt. Solche Verpflichtungen wurden zum Beispiel im Bayerischen Konkordat von 1924 einvernehmlich zwischen Staat und Kirche geregelt. In Artikel 10 ist beispielsweise festgelegt, dass die Landesherren eine kleine Gruppe der  kirchlichen Würdenträger besolden als Gegenleistung dafür, dass der Kirche 1803/1810 viele Besitztümer genommen wurden. Der Verfassungsauftrag zur Ablösung von Staatsleistungen an die Kirchen beruht auf Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem §138 Absatz 1 der Weimarer Reichsverfassung von 1919. Im Jahr 2016 erhielt das Bistum Regensburg auf dieser Rechtsgrundlage 11.421.591,90 Euro. Die Hintergründe und Zusammenhänge finden sie hier.

Umgehen mit der Kirchensteuer

Was passiert mit der Kirchensteuer?

Die Arbeitgeber führen die Kirchenlohnsteuern an die staatlichen Finanzämter ab. Diese leiten die Kirchenlohnsteuer an die Finanzkammern der Bistümer weiter. Hinzu kommt die Kircheneinkommensteuer. Diese wird auf alle anderen Einkünfte festgesetzt und anhand finanzamtlicher Daten durch die Kirchensteuerämter erhoben.

Im Jahr 2016 nahm das Bistum Regensburg auf diese Weise 336.876.862,17 Euro ein. Das entspricht rund 86 Prozent der im Bistumshaushalt um Sondereffekte bereinigten Ausgaben in Höhe von 417.389.667,11 Euro. Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle. Über die Mittelverwendung gibt das Bistum öffentlich und jährlich seit 1974 Rechenschaft.

Im Jahre 2016 wurden die Mittel für folgende Bereiche eingesetzt: 

 

Leitung:23.979.392,55€
Allg. Seelsorge:182.356.472,10€
Besondere Seelsorge:11.147.030,21€
Schule:50.392.185,83€
Soziales:31.524.687,71€
Überdiözesanes:14.702.135,77€
Finanzen/Versorgung:184.078.465,14€
Steuern:44.209.297,80€
Summe:542.389.667,11€

 

Wer die ausführliche Jahresrechnung einsehen möchte, kann sie sich auf der Bistumshomepage herunterladen. Ab 2018 veröffentlicht diese Website auch die Bistumsbilanz nach Handelsgesetzbuch-Standards.

Wer entscheidet, wie die Kirchensteuer ausgegeben wird?

Der Haushalt der Diözese wird in der Bistumsleitung beraten und von der Bischöflichen Finanzkammer aufgestellt. Der Haushaltsplan enthält Vorschläge, in welchen Bereichen die zur Verfügung stehenden Mittel zum Einsatz kommen sollen. Die Haushaltsplanung ist dem Diözesansteuerausschuss vorzulegen. Dort wird entschieden, welche Maßnahmen, Finanzzuweisungen und Investitionen tatsächlich und in welcher Höhe umgesetzt werden sollen.

Kann man mitbestimmen, wofür die Kirchensteuer verwendet wird?

Die abschließende Entscheidung über die Verwendung der Kirchensteuermittel trifft der Diözesansteuerausschuss. Der Diözesansteuerausschuss besteht aus 16 Mitgliedern. Neun davon sind weltliche Vertreter. Sie werden von den neun Wahlbezirken entsandt, in die die Diözese Regensburg eingeteilt ist. Abstimmen können Wahlmänner und -frauen, die von den gewählten Kirchenverwaltungen der Pfarreien entsandt werden. Zur Wahl stellen kann sich jedes Mitglied einer Kirchenverwaltung. Die neun weltlichen Vertreter stellen im Diözesansteuerausschuss die absolute Mehrheit. Mit den Wahlen zur Kirchenverwaltung können alle Katholiken indirekt Einfluss nehmen auf die Zusammensetzung des Diözesansteuerausschusses und damit auf die Verwendung der Kirchensteuer.

Wer kontrolliert, was mit der Kirchensteuer gemacht wurde?

Die Kirchensteuerverwendung in der Diözese Regensburg wird von drei Instanzen kontrolliert:

1.    Diözesansteuerausschuss

Der Diözesansteuerausschuss prüft die Jahresrechnung des Steuerhaushaltes des Bistums, dessen Mittel zu rund 77 Prozent aus Kirchensteuermitteln bestehen und kontrolliert auf diese Weise die planungsgemäße Mittelverwendung.

2.    Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Das Bistum Regensburg beauftragt eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Prüfung seiner Haushaltsführung und der Jahresrechnung. Im Jahr 2015 war dies die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie bestätigte, dass die Prüfung der satzungsgemäßen Mittelverwendung und der ordnungsgemäßen Haushaltsführung zu keinen Einwendungen geführt hat.

3.    Stiftungsaufsicht

Die Pfarreien des Bistums Regensburg sind als Kirchenstiftungen organisiert. Ihre Mittelverwendung wird von der Bischöflichen Finanzkammer als Stiftungsaufsichtsbehörde geprüft. Sie kontrolliert, ob alle Mittel gemäß der festgelegten Stiftungszwecke - also für kirchliche und pfarrliche Anliegen und Aufgaben - zum Einsatz kamen. Im Jahre 2016 erhielten die 769 Pfarreien und Pfarrpfründestiftungen des Bistums Regensburg für den Bereich der Allgemeinen Seelsorge Zuweisungen in Höhe von  173.700.733,48 Euro (inkl. Personalkosten des in den Pfarreien eingesetzten pastoralen Personals). Die Mittel des Haushalts stammen zum Großteil aus der Kirchensteuer.

Erhalten Orden und geistliche Gemeinschaften Kirchensteuern?

Orden finanzieren sich nicht direkt aus Kirchensteuermitteln. Wenn Ordenspriester aber als Pfarrer dienen oder Ordensleute andere diözesane Aufgaben übernehmen, werden sie finanziell versorgt. Auch für Baumaßnahmen oder Ähnliches gibt es diözesane Zuschüsse.

Wie viel Kirchensteuer geht an den Vatikan?

Im Jahre 2016 stellte das Bistum Regensburg dem Heiligen Vater für seinen Dienst an der Einheit der Kirche anteilig über den Verband der Diözesen Deutschlands einen Betrag von rund 245.100,00 Euro zur Verfügung. Zudem wurde die weiterzuleitende Kollekte "Weltkirche" in den Pfarreien in Höhe von rund 81.000,00 Euro mit einem Betrag von ca. 36.600,00 Euro auf den abzuführenden Betrag von 0,10 Euro pro Katholik aufgezahlt.

Zahlt die Kirche für uneheliche Kinder der Priester?

Verstößt ein Priester gegen die freiwillig eingegangene Verpflichtung zur Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, muss er aus eigener Kraft die Sorge für ein Kind tragen, dessen Vater er geworden ist. Er muss den Unterhalt aus seinen Einkünften bezahlen.

Werden Priesterpensionen von der Kirchensteuer bezahlt?

Versorgungsleistungen für Priester im Ruhestand bezahlt die sogenannte Emeritenanstalt. Sie ist die „Pensionskasse“ des Bistums Regensburg. Die Rücklagen zur Finanzierung der Versorgungsleistungen stammen zum größten Teil aus dem Diözesanhaushalt und sind damit weitgehend Kirchensteuermittel. U.a. wegen des aktuell außerordentlich niedrigen Zinsniveaus ist die Emeritenanstalt auch darauf angewiesen, Mittel aus dem laufenden Haushalt zu erhalten, um die Versorgungsleistungen auszahlen zu können. 2016 waren dies 5,8 Mio. Euro.

Priester beginnen ihren Ruhestand in der Regel mit Vollendung des 70. Lebensjahres. Auch danach dienen die meisten noch in der Seelsorge. Zum 31.12.2016 gab es 244 Ruhestandspriester, die ihre Altersversorgung über die Emeritenanstalt beziehen. Die Emeritenanstalt wird ihre Bilanz nach den Standards des Handelsgesetzbuches voraussichtlich im Jahr 2018 auf dieser Internetseite veröffentlichen.

Werden Entschädigungen für Missbrauchsopfer von der Kirchensteuer bezahlt?

Entschädigungen für Missbrauchsopfer werden nicht aus Kirchensteuermitteln beglichen. Es ist der Täter oder die Täterin, der/die für die Folgen seiner Straftat bezahlen muss. Hier gelten keine Sonderregelungen für kirchliche Mitarbeiter. Wird dem Bistum Regensburg eine Beschuldigung sexuellen Missbrauchs bekannt, den ein kirchlicher Mitarbeiter begangen haben soll, wird diese Information unverzüglich an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Zurzeit richten sich jedoch fast alle Beschuldigungen gegen kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden können. Wenn der Beschuldigte verstorben oder die Straftat verjährt ist, ist es nicht möglich, die Beschuldigungen in einem gerichtlichen Strafprozess zu beurteilen,

In diesen Fällen stellt die Kirche Hilfen und Anerkennungsleistungen zur Verfügung. Die Kirche sieht sich in der Verantwortung, den Opfern der beschuldigten Straftat mit ihren Kräften zu helfen und dazu beizutragen, die erlittenen seelischen Verletzungen zu heilen, soweit dies möglich ist. Diese Hilfen werden aus dem Haushalt finanziert und damit auch aus Kirchensteuermitteln.

Warum stiegen die Kirchensteuereinnahmen, obwohl Menschen aus der Kirche austraten?

Die Kirchensteuer als Annexsteuer zur Lohn- und Einkommensteuer reagiert direkt auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Die gute Konjunktur der letzten Jahre und die gestiegenen Einkommen lassen die Kirchensteuer anwachsen, obwohl Kirchenaustritte die Zahl der Mitglieder schmälern. Das Beispiel des Bistums Regenburg zeigt das deutlich: zwischen 2011 und 2015 stiegen die Kirchensteuernettoeinnahmen um jährlich durchschnittlich mehr als fünf Prozent. Im gleichen Zeitraum traten jährlich durchschnittlich 0,6 Prozent der im Bistum gemeldeten Katholiken aus der Kirche aus.   

Ist die Kirche reich?

Kann die Kirche effektiv|mit Geld umgehen?

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